Die Krypto-Börse Bybit hat einen bedeutenden Schritt in Richtung regulatorischer Compliance vollzogen. Die Bybit Payments GmbH ein österreichischer Ableger des Unternehmens, hat von der Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Lizenz als E-Geld-Institut (EMI) erhalten. Diese Zulassung ermöglicht es Bybit, neben Krypto-Dienstleistungen auch regulierte Zahlungsdienste anzubieten.
Diese Entwicklung ist Teil der langfristigen Strategie von Bybit, seine Präsenz in Europa zu stärken. Die neue Lizenz ergänzt die bereits bestehende MiCAR-Lizenz der Bybit EU GmbH die es dem Unternehmen erlaubt, Krypto-Assets zu verwahren, zu tauschen und zu übertragen.
Zwei separate Einheiten, ein gemeinsames Ziel
Bybit operiert in Österreich mit zwei rechtlich getrennten Gesellschaften. Die Bybit EU GmbH ist bereits nach der EU-Verordnung MiCAR lizenziert und bietet Krypto-Dienstleistungen an. Die neu lizenzierte Bybit Payments GmbH ist speziell für Zahlungsdienste zuständig und unterliegt eigenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen.
Georg Harer, Co-CEO von Bybit betont die Bedeutung dieser Trennung: „Die klare Abgrenzung zwischen den beiden Einheiten ist von grundlegender Bedeutung.“ Diese Struktur ermöglicht es Bybit, beide Dienstleistungen über die Plattform anzubieten, ohne regulatorische Konflikte zu riskieren.
Was die EMI-Lizenz ermöglicht
Eine EMI-Lizenz erlaubt es einem Unternehmen, elektronisches Geld auszugeben und Zahlungsdienste im Rahmen des europäischen Finanzdienstleistungsrechts anzubieten. Allerdings ist dies keine Banklizenz sodass Bybit keine Einlagen entgegennehmen oder Kredite vergeben darf.
Mit der neuen Lizenz kann Bybit eine Reihe von Zahlungsfunktionen anbieten, darunter:
- Direktzahlungen von Person zu Person
- E-Geld-Dienstleistungen
- Open-Banking-Funktionen
- Zahlungslösungen für Händler
- Kartenprogramme (perspektivisch)
Diese Dienste sollen dank des europäischen Pass-Prinzips im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum verfügbar sein, mit Ausnahme von Malta wo Bybit bereits keine Kunden betreut.
Kunden profitieren von schrittweiser Einführung
Für bestehende Kunden ändert sich zunächst nichts. Neue Zahlungsfunktionen werden schrittweise eingeführt, sobald sie einsatzbereit sind. Wer Krypto-Dienste nutzt, bleibt weiterhin Vertragspartner der Bybit EU GmbH. Für E-Geld- und Zahlungsdienste wird die Bybit Payments GmbH der Vertragspartner sein.
Bernhard Krick, Geschäftsführer der Bybit Payments GmbH erklärt: „Diese Lizenz ermöglicht es uns, regulierte Zahlungsdienste aufzubauen, die unsere Krypto-Asset-Dienstleistungen ergänzen.“
Die Einführung der neuen Dienste wird einige Zeit in Anspruch nehmen, da noch regulatorische und technische Schritte abgeschlossen werden müssen. Konkrete Termine für den Marktstart wurden noch nicht genannt.
Mit dieser Entwicklung positioniert sich Bybit stärker im europäischen Fintech-Umfeld und folgt einem Trend, der auch andere große Krypto-Plattformen verfolgen. Die Verzahnung von Krypto-Handel und klassischen Zahlungsdiensten bringt das Angebot näher an Alltagsanwendungen wie Karten oder Überweisungen.



