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9 Oktober 2026

Amt Scharmützelsee: Investitionslücke und höhere Kurbeiträge

Finanzielle Engpässe im Amt Scharmützelsee treffen auf steigende Kurbeiträge in Wendisch Rietz – ein Doppeltes Dilemma für Bürger und Gäste.

Amt Scharmützelsee: Investitionslücke und höhere Kurbeiträge

Das Amt Scharmützelsee steht vor einer großen finanziellen Herausforderung. Fünf Gemeinden, die zu diesem Verwaltungsverbund gehören, müssen in den nächsten zwei Jahren auf zahlreiche Vorhaben verzichten, weil die verfügbaren Mittel nicht ausreichen, um alle Wunsch-Projekte zu realisieren.

Ein zentrales Vorhaben ist die Sanierung und Erweiterung des Amtes-Gebäudes in der Forsthausstraße in Bad Saarow. Die Kosten dafür werden auf knapp 7 Millionen Euro geschätzt, doch bislang fehlt ein klarer Finanzierungsplan. Ohne ausreichende Finanzierung drohen Verzögerungen und mögliche Einsparungen bei anderen kommunalen Leistungen.

Finanzielle Engpässe im Amt Scharmützelsee

Die Verwaltung hat bereits eine Liste von Projekten erstellt, die im Zuge der Haushaltskürzungen vorerst ausgesetzt werden sollen. Dazu gehören unter anderem Investitionen in den Ausbau von Radwegen, modernere Beleuchtung öffentlicher Plätze und die Anschaffung neuer IT-Ausstattung für Schulen. Der Mangel an Geld führt dazu, dass Investitionen in die Infrastruktur stark zurückgestellt werden.

Auswirkungen auf kommunale Leistungen

Durch die geplanten Einsparungen werden Dienstleistungen, die bisher von der Kommune getragen wurden, künftig eingeschränkt. Der ÖPNV-Verkehr könnte seltener werden, Kultur- und Sportförderungen erhalten weniger Mittel, und die Instandhaltung von Grünflächen wird zurückgestellt. Für die Bürger bedeutet das weniger Angebot und geringere Servicequalität.

Wendisch Rietz erhöht den Kurbeitrag für Urlauber

Gleichzeitig hat die Gemeinde Wendisch Rietz die ebenfalls zum Amt Scharmützelsee gehört, den Kurbeitrag für Besucher stark angehoben. Jährlich strömen mehr als 50.000 Urlauber an den Scharmützelsee, um dort Erholung zu finden. Der neue Beitrag soll die gestiegenen Kosten für die Instandhaltung von Badeanlagen, Stränden und touristischer Infrastruktur decken.

Folgen für Besucher und lokale Wirtschaft

Der erhöhte Kurbeitrag bedeutet für die Gäste einen spürbaren Mehraufwand. Während er früher bei wenigen Euro lag, liegt er nun deutlich höher und wird bei der Buchung von Ferienunterkünften automatisch mitberechnet. Die Gemeinde hofft, dass die zusätzlichen Einnahmen langfristig die Qualität der Angebote sichern und damit die Attraktivität des Sees erhalten.

Die Kombination aus mangelnder Finanzierung im Verwaltungsverbund und den steigenden Kosten für Touristen verdeutlicht die Doppelbelastung, unter der die Region derzeit steht. Sowohl Einwohner als auch Besucher sehen sich mit höheren finanziellen Anforderungen konfrontiert, was die Diskussion um nachhaltige Haushaltsstrategien erneut in den Vordergrund rückt.

Autor

Anna Schmidt