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25 Juli 2026

Altersvorsorge und Vermögensaufbau: Warum Frauen anders planen müssen

Finanzexpertinnen wie Dani Parthum und Margarethe Honisch zeigen, wie Frauen durch Eigenvorsorge und Vermögensaufbau ihre finanzielle Unabhängigkeit sichern können.

Altersvorsorge und Vermögensaufbau: Warum Frauen anders planen müssen

In einer Welt, in der finanzielle Sicherheit immer wichtiger wird, stehen Frauen vor besonderen Herausforderungen. Zwei Expertinnen, Dani Parthum und Margarethe Honisch bieten wertvolle Einblicke und praktische Tipps, wie Frauen ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nehmen können.

Dani Parthum, Gründerin des unabhängigen Finanzportals Geldfrau – Frauen können Finanzen hat es sich zur Mission gemacht, Frauen zu ermutigen, ihr Geld selbst zu verwalten. Mit über 15 Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalistin und Beraterin für die TV-Serie Bad Banks bringt sie fundiertes Wissen und praktische Erfahrung mit. Ihre Online-Finanzkurse und Coachings helfen Frauen, die Prinzipien des klugen Umgangs mit Geld zu verstehen und anzuwenden.

Die Rentenlücke: Ein strukturelles Problem

Eine der größten Herausforderungen für Frauen in Deutschland ist die Rentenlücke. Laut einer Studie erhalten Frauen im Schnitt 34 Prozent weniger Rente als Männer. Während ein Mann durchschnittlich 1.000 Euro Rente bekommt, sind es bei Frauen nur 660 Euro. Diese Diskrepanz ist das Ergebnis von strukturellen Ungleichheiten, die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben.

Ursachen der Rentenlücke

Mehrere Faktoren tragen zu dieser Ungleichheit bei. Der Gender Pay Gap spielt eine zentrale Rolle: Frauen verdienen im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer. Dies führt zu geringeren Einzahlungen in die Rentenversicherung und somit zu weniger Rentenpunkten. Zusätzlich arbeiten 48 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, während dies bei Männern nur 11 Prozent der Fall ist. Teilzeit bedeutet weniger Jahresverdienst und somit weniger Rentenansprüche.

Elternzeit und Erwerbsunterbrechungen verschärfen das Problem weiter. Mütter reduzieren ihre Arbeitszeit nach der Geburt eines Kindes im Schnitt um 60 Prozent, während Väter nur 5 Prozent reduzieren. Kindererziehungszeiten werden zwar teilweise angerechnet, gleichen den Verlust jedoch nicht vollständig aus. Zudem arbeiten Frauen häufiger in schlecht bezahlten Berufen wie Pflege, Erziehung und Sozialarbeit, die gesellschaftlich wichtig, aber rentenrechtlich benachteiligt sind.

Die Folgen für die Altersvorsorge

Die Folgen dieser strukturellen Benachteiligungen sind gravierend. 90,5 Prozent aller Rentnerinnen in Deutschland erhalten weniger als 1.500 Euro brutto monatlich. Nach Abzügen von Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Steuern bleibt für die meisten Rentnerinnen weniger als die Armutsgrenze von rund 1.310 Euro netto monatlich übrig. Altersarmut bei Frauen ist keine Ausnahme, sondern die statistische Norm.

Lösungsansätze für eine sichere Zukunft

Trotz dieser strukturellen Probleme gibt es Wege, wie Frauen ihre finanzielle Zukunft sichern können. Margarethe Honisch, Gründerin von Fortunalista betont die Bedeutung der Eigenvorsorge. Frauen müssen früher und entschiedener privat vorsorgen als Männer. Dies kann durch den Aufbau eigener Rentenansprüche, die Nutzung von Kindererziehungszeiten, das Besparen eines eigenen Depots und die Ausschöpfung der betrieblichen Altersvorsorge erreicht werden.

Ein zweistündiger Online-Workshop zur Altersvorsorge für Frauen bietet praktische Hilfe. In diesem Workshop können Frauen ihre persönliche Rentenlücke direkt selbst ausrechnen, nur mit dem Handy und inklusive Inflation und Steuern. SPIEGEL-Bestsellerautorin Margarethe Honisch erklärt verständlich, was die Rentenreform konkret bedeutet und wie sich die Lücke Schritt für Schritt schließen lässt, in jeder Lebensphase und schon ab kleinen Beträgen.

Die Rolle der Banken und Unternehmen

Auch die Banken und Unternehmen haben eine wichtige Rolle zu spielen. Obwohl die Mehrheit der Beschäftigten in Banken weiblich ist, steigt der Frauenanteil in den Vorständen nur langsam. Bei den Sparkassen und Volksbanken liegt der Frauenanteil in den Vorständen bei lediglich 10 Prozent bzw. 6,2 Prozent. Dies zeigt, dass es noch viel zu tun gibt, um Gleichberechtigung in Führungspositionen zu erreichen.

Vorständinnen und Expertinnen identifizieren drei zentrale Ursachen für diesen Mangel: fehlende Netzwerke, ungleiche Karrierechancen und mangelnde Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung. Lösungsvorschläge umfassen die Schaffung von Mentoring-Programmen, die Förderung von Frauen in Führungspositionen und die Einführung flexibler Arbeitsmodelle.

Finanzielle Unabhängigkeit ist für Frauen von entscheidender Bedeutung. Durch Eigenvorsorge, klugen Umgang mit Geld und die Nutzung verfügbarer Ressourcen können Frauen ihre finanzielle Zukunft sichern und die Rentenlücke schließen. Die Expertinnen Dani Parthum und Margarethe Honisch bieten wertvolle Tipps und praktische Hilfe, um diesen Weg zu ebnen.

Autor

Markus Weber