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15 Juni 2026

Aktuelle P2P-Kredit-News: Ventus Energy Restrukturierung und Marktbewegungen

In dieser Woche dominiert die Restrukturierung von Ventus Energy die P2P-Kredit-News. Erfahren Sie mehr über die aktuellen Entwicklungen und wie sie den Markt beeinflussen.

Aktuelle P2P-Kredit-News: Ventus Energy Restrukturierung und Marktbewegungen

Die Welt der P2P-Kredite bleibt dynamisch und voller Überraschungen. In dieser Woche steht die Restrukturierung von Ventus Energy im Mittelpunkt, doch auch andere Plattformen wie Devon und Asterra Estate haben wichtige Anpassungen vorgenommen. Zudem gibt es Expansionspläne von Via SMS Group und spannende Einblicke von Mintos und Income Marketplace.

Bevor wir beginnen, ein wichtiger Hinweis: Ich betreibe keine Anlageberatung und stelle keine individuellen Anlageempfehlungen dar. Meine Berichte basieren auf persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen. Investitionen in P2P-Kredite und Projektfinanzierungen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Entwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Alle Links zu den Investment-Plattformen sind Affiliate- bzw. Werbe-Links, für die ich eine Vergütung erhalte. Meine Inhalte und Bewertungen erfolgen unabhängig und ohne redaktionelle Vorgaben durch die Anbieter.

Ventus Energy: Restrukturierung und ihre Auswirkungen

Ventus Energy hat seine Anleger über den Eintritt in ein gerichtlich überwachtes Sanierungsverfahren nach estnischem Recht informiert. Dies ist kein Insolvenzverfahren, sondern ein strukturierter Prozess unter gerichtlicher Aufsicht. Das Unternehmen bleibt in Betrieb, und die Geschäftsführung behält die Kontrolle, während ein Gericht jeden Schritt überwacht. Vollstreckungsmaßnahmen werden ausgesetzt, und kein Gläubiger kann sich bevorzugt bedienen.

Die Auslöser für diese Maßnahme sind vielfältig: die BaFin-Anordnung gegen das Annehmen von Geldern deutscher Anleger, anhaltende Probleme bei der Zahlungsabwicklung über Paysera sowie eine in Estland eingeleitete strafrechtliche Untersuchung. Ventus Energy stoppt nun alle Neuanlagen und friert ausschüttbare Zinszahlungen ein. Das Energieportfolio, das Wärme, Strom, Wind, BESS und Solar umfasst, soll strukturiert verkauft werden, um die Anleger zurückzuzahlen.

Ein detaillierter Rückzahlungsplan soll bis zum 10. Juli 2026 vorliegen, und erste Eckdaten zu Szenarien und Zeitplänen folgen Anfang Juli. Am 16. Juni um 18 Uhr CET findet ein offener Anleger-Zoom-Call statt. Diese Nachricht hat auch mich persönlich getroffen, da ich mit rund 111.000 EUR investiert bin. Nach Abzug aller bereits ausgezahlten Zinsen stehen bei mir noch rund 86.000 EUR im Feuer.

Nach über zehn Jahren P2P Investment weiß ich, dass Höhen und Tiefen Teil dieser Anlageklasse sind. Verluste oder schwierige Phasen gehören dazu, und manchmal trifft es Projekte, in die man selbst besonders viel Hoffnung gesetzt hat. Die kommenden Monate werden zeigen, was vom Energieportfolio tatsächlich werthaltig ist und wie weit die Rückzahlung tragen wird. Ich werde euch wie immer auf dem Laufenden halten, sobald belastbare Informationen vorliegen.

Devon und Asterra Estate: Vertragsanpassungen

Im Sog der Ventus-Energy-Entwicklungen haben auch die Immobilienplattformen Devon und Asterra Estate ihre Darlehensverträge überarbeitet. Die Änderungen betreffen die rechtliche Struktur der Finanzierung, die Rangfolge der Gläubigeransprüche sowie die Risiken des Mezzanine-Darlehens. Das Geschäftsmodell selbst bleibt unverändert.

Beide Plattformen stellten klar, dass keine rechtliche Verbindung zu Ventus Energy besteht und das Unternehmen bisher weder von deutschen noch baltischen Behörden kontaktiert wurde. Die aktualisierten Verträge gelten bereits für neu gestartete Finanzierungsrunden. Bei Asterra Estate konnte man bereits direkt alle „umziehen“. Es handelt sich dabei nicht um Vertragsänderungen, sondern um neu abgeschlossene Verträge.

Ich selbst habe die Anpassungen angenommen. Dass es sich bei diesen Investments um riskante Mezzanine-Darlehen handelt, war mir bereits vorher bewusst. Die neuen Agreements stellen diesen Sachverhalt nun klarer und rechtskonformer dar. Ob die Anpassungen regulatorisch ausreichen, wird sich zeigen. Auch ob ggf. weitere Plattformen betroffen sind, bleibt abzuwarten.

Via SMS Group: Expansion nach Litauen

Die Via SMS Group hat mit ECOCREDIT.lt eine litauische Konsumentenkredit-Marke in die Gruppe aufgenommen. Das Unternehmen vergibt Verbraucherkredite zwischen 100 und 5.000 EUR mit Laufzeiten von 90 bis 720 Tagen. Die Zinssätze liegen je nach Bonität des Kreditnehmers zwischen 5 und 75 Prozent.

Für Anleger der P2P-Plattform Viainvest ist das relevant, da die Via SMS Group der Mutterkonzern der Plattform ist und Kredite aus dem Gruppenportfolio dort regelmäßig zur Finanzierung angeboten werden. Es ist gut möglich, dass litauische Kredite künftig ebenfalls auf Viainvest erscheinen. Mit dem Markteintritt in Litauen stärkt die Gruppe ihre Präsenz im Baltikum neben den bereits bestehenden Aktivitäten in Lettland, Schweden, Polen und weiteren Märkten.

Mintos: Einblicke und Zukunftspläne

Mintos hatte vor einigen Tagen rund 20 Anleger zu einem Event nach Berlin eingeladen. Im Mittelpunkt stand ein Fireside-Chat mit CEO Martins Sulte am Alexanderplatz-Office, wo inzwischen rund 15 Mitarbeiter tätig sind. Insgesamt beschäftigt Mintos heute 180 Personen.

Das verwaltete Vermögen liegt aktuell bei rund 800 Millionen Euro, die Milliarde ist das nächste Ziel. Mintos positioniert sich weiterhin als Multi-Asset-Plattform. Neben Krediten und Anleihen gibt es bereits Immobilien, ETFs und Krypto. In Kürze sollen auch Einzelaktien hinzukommen. Der nächste strategisch wichtige Schritt ist eine europäische Vollbanklizenz, die laut Mintos im zweiten Halbjahr 2027 vorliegen soll.

Income Marketplace: Jahresbericht 2026

Die P2P-Plattform Income Marketplace hat ihren Jahresbericht 2026 veröffentlicht. Das verwaltete Vermögen stieg um 30 Prozent auf 24,8 Millionen Euro. Die Zahl aktiver Anleger wuchs um 8,7 Prozent auf 5.009, das kumulierte Investitionsvolumen seit Gründung überstieg erstmals 200 Millionen Euro.

Der Umsatz legte um 36,7 Prozent auf 693.000 Euro zu. Der Jahresverlust sank von 613.000 auf 438.000 Euro. Positiv hervorzuheben ist, dass das Eigenkapital erstmals ins Positive drehte und zum Jahresende bei 94.175 Euro lag, nach minus 69.876 Euro im Vorjahr. Die Liquidität verbesserte sich ebenfalls deutlich auf 64.320 Euro.

Drei neue Kreditgeber kamen im letzten Jahr hinzu: Simpleros aus Spanien, Autofino LT aus Litauen und Virtus Lending aus dem Kosovo. Zudem wurde mit i2 erstmals ein institutioneller Investor aufgenommen. Das Unternehmen beschäftigt weiterhin nur sechs Mitarbeiter, was die schlanke Struktur der Plattform verdeutlicht. Income bleibt ein Startup im Wachstumsmodus, das noch nicht profitabel ist.

Autor

Markus Weber