Zum Inhalt springen
26 Juni 2026

SpaceX-Börsengang: Was Anleger über die aktuelle Kursentwicklung wissen müssen

Die SpaceX-Aktie hat nach ihrem Rekord-IPO an Schwung verloren. Erfahren Sie, warum der Hype nachlässt und was das für Investoren bedeutet.

SpaceX-Börsengang: Was Anleger über die aktuelle Kursentwicklung wissen müssen

Der Börsengang von SpaceX am 12. Juni 2026 hat nicht nur Elon Musk zum ersten Billionär gemacht, sondern auch die Märkte in Atem gehalten. Doch nach dem anfänglichen Hype zeigt sich nun ein anderes Bild. Die Aktie hat deutlich an Wert verloren, und viele Anleger fragen sich, was das für ihre Investitionen bedeutet.

SpaceX ging mit einem Ausgabepreis von 135 Dollar an die Börse und erreichte zeitweise über 225 Dollar. Doch der Kurs ist inzwischen auf etwa 184,98 Dollar gefallen. Wer nahe der Höchststände eingestiegen ist, liegt bereits im Minus. Doch was sind die Gründe für diesen Rückgang, und was bedeutet das für die Zukunft des Unternehmens?

Die ersten Risse im SpaceX-Hype

Nach dem spektakulären Börsendebüt hat die SpaceX-Aktie spürbar an Schwung verloren. Der Kurs fiel am Donnerstag um 3,6 Prozent auf knapp 184,98 Dollar. Damit sind die Gewinne vieler Anleger, die erst nach dem Börsengang eingestiegen sind, nahezu aufgebraucht. Der durchschnittliche Kaufpreis der vergangenen fünf Handelstage liegt bei 181,71 Dollar.

Besonders im Fokus stehen Privatanleger, die über Plattformen wie Robinhood, Fidelity und SoFi Aktien zum Ausgabepreis erhalten haben. Viele erhielten allerdings nur kleine Zuteilungen, teils einzelne oder wenige Aktien. Für sie bleibt trotz Kursrückgang ein deutlicher Buchgewinn. Anders sieht es bei Käufern aus, die erst im freien Handel eingestiegen sind. Wer nahe der Höchststände kaufte, liegt bereits klar im Minus.

Die Bewertung von SpaceX: Hype oder Substanz?

Der Rückgang folgt auf eine extreme Rally. SpaceX war zu 135 Dollar je Aktie an die Börse gegangen. Danach kletterte der Kurs zeitweise auf mehr als 225 Dollar. Der Hype war groß, weil der Börsengang zu den meistbeachteten IPOs der vergangenen Jahre zählte. Doch nun stellt sich die zentrale Frage: Trägt das operative Geschäft diese Erwartungen, oder war der erste Kurssprung vor allem ein Produkt von Knappheit, Euphorie und IPO-Fantasie?

Viele Anleger setzen auf die Zukunft von SpaceX. Die Aktie notiert trotz des Kurssturzes weiter deutlich über dem Ausgabepreis. Zugleich verweisen Analysten auf eine extrem hohe Bewertung gemessen am erwarteten Umsatz. Morningstar sieht zwar starke Wachstumstreiber bei Starlink, warnt aber auch, dass sich der Investmentfall stark auf künftige Gewinne stützt.

Wer jetzt einsteigt, setzt also weniger auf den aktuellen Gewinn als auf die Erwartung, dass SpaceX in den kommenden Jahren sehr hohe Margen erreicht. Das ist möglich, bleibt aber riskant. Attraktiver könnte die Aktie werden, wenn sich der Kurs nach dem ersten IPO-Hype beruhigt und neue Zahlen die Bewertung stützen.

Die größten Börsengänge der Geschichte

Mit dem Börsendebüt an der Nasdaq am 12. Juni hat SpaceX Finanzgeschichte geschrieben. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk zählt bereits zu den wertvollsten Konzernen der Welt. Doch wie schneidet SpaceX im Vergleich zu anderen großen Börsengängen ab?

SpaceX hat durch den Verkauf von Papieren 75 Milliarden US-Dollar eingenommen, mit Ausübung der Greenshoe-Option sogar etwa 85,7 Milliarden US-Dollar. Damit gehört das Unternehmen hinter Chip-Hersteller Nvidia und den Tech-Konzernen Alphabet, Apple und Microsoft zu den fünf wertvollsten Unternehmen der Welt. Musk ist das gelungen, weil er öffentlichkeitswirksam eine Sci-Fi-Vision verkauft hat: Musk will mit SpaceX schließlich den Mars besiedeln, Rechenzentren im All errichten und das interplanetare Bewusstsein der gesamten Menschheit fördern.

Doch die reinen Geschäftszahlen von SpaceX stehen in einem starken Kontrast zum Börsenwert. Letztes Jahr hat die Firma 4,94 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht, und auch im ersten Quartal 2026 stehen bei SpaceX bereits 4,28 Milliarden US-Dollar Verlust zu buche. Das lag vor allem an immensen Investitionskosten für die Starship-Rakete.

Andere große Börsengänge wie Nippon Telegraph & Telephone (NTT) in Japan, Saudi Aramco in Saudi-Arabien und Alibaba in China zeigen, dass solche Ereignisse oft mit großen Erwartungen und Risiken verbunden sind. Der Börsengang von NTT im Jahr 1987 war der zweitgrößte der Weltgeschichte, doch zwei Jahre später platzte die Blase. Saudi Aramco und Alibaba haben ebenfalls große Summen eingespielt, doch auch hier gibt es Risiken und Herausforderungen.

Für Anleger ist es wichtig, die Entwicklung von SpaceX genau zu beobachten. Die nächste Quartals Ein Einstieg wäre weniger riskant, wenn die Aktie auch nach diesen möglichen Verkaufswellen stabil bleibt. Zusätzlich sollte SpaceX zeigen, dass das Unternehmen nicht nur stark wächst, sondern dabei auch verlässlich Geld verdient.

Autor

Jonas Becker