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Rendity schließt: Konsequenzen für Anleger und der Stand bei Estateguru

Die P2P‑ und Crowdlending‑Branche durchlebt erneut Turbulenzen: Rendity hat den operativen Betrieb eingestellt und die Abwicklung einer Plattform mit rund 38.000 Anlegern und einem vermittelten Volumen von über 150 Millionen Euro begonnen. Diese Nachricht löst bei vielen Privatanlegern Unsicherheit aus, weil die Auszahlung von Geldern nun von rechtlichen Prozessen, dem Zustand der Kreditportfolios und Prioritäten in der Gläubigerreihenfolge abhängt. Parallel dazu berichten andere Plattformen über unterschiedliche Entwicklungen: Estateguru berichtet von Rückgewinnungen bei notleidenden Immobilienkrediten, InRento sieht erste Projekte unter Druck, und Anbieter wie Afranga bringen neue Produkte auf den Markt.

Wichtig ist, dass Anleger ihre Positionen prüfen, Unterlagen sichern und die Kommunikation der betroffenen Plattformen genau verfolgen. Rendity hat zudem Behörden informiert und die Gewerbeberechtigungen zurückgegeben; die technische Oberfläche soll laut verfügbaren Angaben weiterhin zugänglich bleiben, wobei Anleger bis mindestens dem 31. Mai 2026 Kontoinformationen abrufen und Auszahlungen vornehmen können. Neue Einzahlungen sind ausgeschlossen.

Rendity: Abwicklung, Zugriff und Handlungsempfehlungen

Die Entscheidung von Rendity, das Neugeschäft einzustellen und die Plattform abzuwickeln, ist Ergebnis mehrerer Belastungsfaktoren wie steigender Zinsen, hoher Baukosten und wirtschaftlicher Unsicherheit. In solchen Abwicklungsfällen durchlaufen Forderungen meist mehrere Arbeitsschritte: Prüfung der Verträge, Einholung von Gutachten, außergerichtliche und gerichtliche Durchsetzung sowie letztlich Verwertung von Sicherheiten. Anleger sollten daher mit einem mehrstufigen Verfahren rechnen, das Monate bis Jahre dauern kann und dessen Erfolg stark von der Qualität der Sicherheiten und lokalen Rechtsverfahren abhängt.

Was Anleger jetzt konkret tun sollten

Praktisch ratsam ist: sofortige Sicherung wichtiger Dokumente (Steuerbescheinigungen, Vertragskopien), regelmäßiges Monitoring der Plattformmitteilungen und — soweit möglich — zügige Abhebung frei verfügbarer Cash‑Bestände. Rendity hat nach eigenen Angaben die Nutzer informiert, dass Kontozugriff und Auszahlungsfunktionen weiterhin bestehen, neue Investitionen aber nicht mehr möglich sind. Geduld und Dokumentation sind in diesem Stadium zentrale Werkzeuge, um spätere Forderungsanmeldungen oder steuerliche Klärungen zu erleichtern.

Estateguru und die Aufarbeitung notleidender Kredite

Estateguru berichtet gestaffelte Fortschritte bei der Bearbeitung von NPLs (non‑performing loans). Seit Beginn hat die Plattform laut eigenen Angaben über 925 Millionen Euro finanziert; rund 77 Prozent davon seien bereits zurückbezahlt worden. Die Plattform nennt Rückgewinnungen in Millionenhöhe und investiert eigenmittelgestützt in Recovery‑Maßnahmen. In den baltischen Märkten verzeichnen sie wieder reguläres Kreditgeschäft, mit einer gewichteten durchschnittlichen LTV (Loan‑to‑Value) und Zinsstruktur, die auf regionale Unterschiede Rücksicht nimmt.

Kosten und Ergebnisse der Recovery

Estateguru nennt konkrete Zahlen zu Rückgewinnungen und Kosten: mehrere Millionen Euro wurden aus notleidenden Forderungen realisiert, gleichzeitig entstehen monatliche Verwaltungskosten pro NPL‑Fall. Die Plattform hat außerdem einzelne Forderungspakete verkauft, um Liquidität freizusetzen. Für Anleger bedeutet das: Erfolge bei Rückgewinnungen sind möglich, aber oft begleitet von Gebühren, langen Laufzeiten und unsicheren Quoten. Eine realistische Erwartungshaltung ist deshalb entscheidend.

Neue Produkte, Szenarien bei anderen Plattformen und ethische Debatten

Während einige Anbieter Probleme abarbeiten, bringen andere Modelle und Produkte frische Optionen: Afranga hat mit SaveSmart ein Festzinsprodukt mit monatlicher Zinszahlung vorgestellt, das sich an Anleger richtet, die planbare Erträge bevorzugen. Zugleich melden Plattformen wie InRento erste Fälle mit erhöhtem Ausfallrisiko, was zeigt, dass selbst etablierte Betreiber Belastungsphasen erleben können. Zudem diskutiert die Branche über Prognosemärkte — Plattformen, die auf politische Ereignisse wetten lassen — und die damit verbundenen ethischen Fragen.

Prognosemärkte wie Kalshi oder andere Anbieter bündeln Informationen, lösen jedoch Debatten über Moral und Regulierung aus: Ist das Wetten auf geopolitische Ereignisse verantwortbar? Regulatorische Reaktionen und Beschränkungen gab und gibt es in mehreren Jurisdiktionen. Anleger sollten solche Produkte kritisch prüfen und sich der rechtlichen Rahmenbedingungen bewusst sein.

Insgesamt gilt für Investoren im P2P‑ und Crowdlending‑Bereich: Informieren, diversifizieren, dokumentieren. Nur so lassen sich Risiken reduzieren und handlungsfähig bleiben, wenn einzelne Plattformen in Schwierigkeiten geraten oder Märkte sich schnell verändern.

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