Die Krypta der letzten Wochen ist zweigeteilt: Auf der einen Seite die Unwägbarkeiten im P2P-Sektor, sichtbar geworden durch die Einstellung des Betriebs bei Rendity und die damit verbundene Abwicklung einer Plattform mit rund 38.000 Anlegern und einem vermittelten Volumen von mehr als 150 Millionen Euro. Auf der anderen Seite stehen konservativere nachhaltige Anlagen wie grüne Bundeswertpapiere, die als liquider und staatlich unterstützter Baustein für nachhaltiges Sparen gelten.
In diesem Beitrag fasse ich die wichtigsten Fakten zusammen und ordne die Auswirkungen für Privatanleger ein.
Wichtig für die Chronologie: Der Artikel zur Rendity-Entwicklung erschien am 23/02/2026 13:25, die Darstellung zu grünen Bundesanleihen wurde am 24.02.2026 veröffentlicht. Diese Daten gebe ich hier weiter, da sie die Aktualität der jeweiligen Meldungen belegen. Ziel ist, Anlegern klar ersichtliche Handlungsmöglichkeiten und Risiken an die Hand zu geben.
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Rendity, Estateguru und InRento: was passiert im P2P-Immobiliensektor?
Die Nachricht vom endgültigen Betriebsende bei Rendity hat viele Anleger verunsichert. Die Plattform leitet nun eine formelle Abwicklung ein, die für bis zu 38.000 Anleger relevant ist. Bei solchen Abwicklungen stehen Fragen nach Gläubigerrechten, Rückführungsprozessen und der Reihenfolge von Forderungsbefriedigungen im Fokus. Parallel dazu kämpfen andere Plattformen mit strukturellen Problemen: Estateguru meldet anhaltende Schwierigkeiten mit notleidenden Immobilienkrediten, besonders in Deutschland, und bei InRento sind erstmals Projekte unter Zahlungsdruck geraten. Für Anleger bedeutet das: die Diversifikation innerhalb des P2P-Universums bleibt zentral, und es ist ratsam, Exitszenarien sowie die Dokumentation der eigenen Forderungen sorgfältig zu prüfen.
Abwicklungsprozess und Anlegerrechte
Bei einer Plattformabwicklung ist der Zugang zu Informationen entscheidend. Anleger sollten auf offizielle Mitteilungen achten, Forderungsübersichten verlangen und prüfen, ob Treuhänder oder Insolvenzverwalter benannt wurden. Die Frage, ob und wann Rückflüsse erfolgen, hängt von der Liquidität der Plattform, bestehenden Sicherheiten der Kredite und der rechtlichen Struktur ab. In diesem Kontext sind Transparenz und rechtliche Beratung hilfreiche Instrumente, um individuelle Ansprüche zu bewerten.
Grüne Bundesanleihen als Alternative: Funktionsweise und Renditeaspekte
Grüne Bundeswertpapiere gelten als ein staatlich gestütztes Produkt, das Erlöse gezielt für umwelt- und klimapolitische Projekte einsetzt. Diese Papiere werden an Börsen wie Stuttgart oder Frankfurt gehandelt und können häufig in konventionelle Zwillingsanleihen umgetauscht werden. Für Anleger ist die Rendite bis zur Fälligkeit das zentrale Vergleichsmaß: sie berücksichtigt sowohl den Kupon als auch mögliche Kursgewinne oder -verluste. Ältere Emissionen mit Nullkupon werden oft unter Nennwert gehandelt, was bei Halten bis zur Fälligkeit Kursgewinnpotenzial erzeugt; umgekehrt führen Käufe über 100% zu Verlusten beim Rückzahlungstag.
Liquidität, Handel und Kosten
Ein Vorteil der grünen Bundesanleihen ist ihre vergleichsweise hohe Liquidität und die Reputation des Emittenten Bund. Anleger können Papiere börsentäglich veräußern, müssen jedoch Kauf- und Verkaufsgebühren sowie Spreads beachten. Bei kleinen Investmentbeträgen können pauschale Ordergebühren die Effektivrendite deutlich schmälern. Deshalb ist vor dem Erwerb der Blick auf Orderkosten, Geld-Brief-Spanne und die ausgewiesenen Kurse ratsam. Zusätzlich bietet die KfW eigene Green Bonds an, die nach ähnlichen Prinzipien funktionieren.
Vergleich: Anleihe oder Festgeld? Praktische Entscheidungskriterien
Die Wahl zwischen Anleihen und Festgeld hängt von Liquiditätsbedarf, Risikoneigung und Renditeerwartung ab. Festgeld bietet einen klaren Rückzahlungsanspruch ohne Marktschwankungen, ist aber in der Regel weniger flexibel: vorzeitige Verfügbarkeit ist meist nicht vorgesehen. Bundeswertpapiere können hingegen verkauft werden, unterliegen aber Kursrisiken während der Laufzeit. Für konservative Anleger, die Wert auf staatliche Bonität legen, stellen grüne Bundesanleihen eine interessante Kombination aus Nachhaltigkeitsfokus und vergleichsweise hoher Sicherheit dar. Wer Luft nach oben für Renditen sucht und die Risiken im P2P-Markt trägt, sollte auf Diversifikation und Dokumentation achten.
Parallel dazu bieten grüne Bundeswertpapiere eine liquide, politisch unterstützte Option für nachhaltige Anlagen. Anleger tun gut daran, beide Bereiche gegeneinander abzuwägen und Entscheidungen auf Grundlage von Rendite bis zur Fälligkeit, Liquiditätsbedarf und persönlicher Risikotragfähigkeit zu treffen.
