In den letzten Monaten haben sich Betrugsfälle mit gefälschten PayPal-Anrufen stark erhöht. Die Verbraucherzentrale warnt vor dieser Masche, bei der Betrüger mit automatisierten Anrufen versuchen, an sensible Daten zu gelangen. Die Anrufe wirken auf den ersten Blick seriös, doch hinter der Fassade steckt eine perfide Betrugsmasche.
Die Betrüger nutzen eine automatische Stimme, die behauptet, es sei eine hohe Zahlung vom PayPal-Konto ausgelöst worden. Wer in Panik reagiert und die geforderte Taste drückt, wird direkt mit den Kriminellen verbunden. Die Verbraucherzentrale gibt wichtige Tipps, wie man den Betrug erkennt und sich schützt.
Wie funktioniert die PayPal-Betrugsmasche?
Der Ablauf ist meist ähnlich: Betroffene erhalten einen unerwarteten Anruf von einer unbekannten Nummer, manchmal mit ausländischer Vorwahl oder einer scheinbar offiziellen Rufnummer. Eine automatische Stimme teilt mit, dass eine hohe Zahlung veranlasst wurde. Beispielsweise heißt es: „Die PayPal-Zahlung in Höhe von 250 Euro wurde soeben veranlasst. Wenn Sie diese Transaktion nicht autorisiert haben, drücken Sie bitte die 1.“
Wer die Taste drückt, wird in vielen Fällen an einen angeblichen Support-Mitarbeiter weitergeleitet. Tatsächlich spricht man dann aber mit Betrügern. Diese versuchen, persönliche Daten, Zugangsdaten oder Zahlungen zu erpressen.
Daran erkennen Sie den Betrug mit PayPal
Typisch für die Masche sind diese Warnzeichen:
- Ein angeblicher PayPal-Anruf kommt völlig unerwartet.
- Eine automatische Stimme setzt Sie sofort unter Druck.
- Es ist von einer hohen Abbuchung oder verdächtigen Zahlung die Rede.
- Sie sollen eine Taste drücken, um die Zahlung zu stoppen.
- Danach werden persönliche Daten, Zugangsdaten oder Zahlungen verlangt.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale stellen Betroffene in vielen Fällen anschließend fest, dass es gar keine verdächtige PayPal-Zahlung gab. Eine Sprecherin von PayPal stellte zudem klar, dass der Bezahldienst seine Kunden in der Regel nicht telefonisch kontaktiert – erst recht nicht mit der Aufforderung, Zahlungen zu leisten oder Daten preiszugeben.
Was die Betrüger von Ihnen wollen
Ziel der Anrufe ist fast immer, an Geld oder sensible Daten zu kommen. Häufig nutzen die Täter dabei eine von drei Methoden:
- Persönliche Daten abgreifen Sie sollen Zugangsdaten, Kontoinformationen oder andere persönliche Angaben nennen.
- Überweisung auf ein „Sicherheitskonto“ Die Anrufer behaupten, Ihr Geld müsse in Sicherheit gebracht werden.
- Zahlung mit Gutscheinen oder Kryptowährungen Weil solche Zahlungen schwer zurückzuverfolgen sind, verlangen Betrüger oft Geschenkkarten oder Krypto.
Spätestens dann ist klar: Es handelt sich nicht um echten PayPal-Support.
Was Sie bei einem solchen Anruf sofort tun sollten
Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten, gilt vor allem eines: nicht in Panik geraten. Das sollten Sie stattdessen tun:
- Sofort auflegen.
- Keine Taste drücken.
- Keine persönlichen Daten nennen.
- Nicht auf Rückrufbitten eingehen.
- Ihr PayPal-Konto direkt in der App oder über die offizielle Website prüfen.
Wichtig: Nutzen Sie dafür niemals einen Link oder eine Telefonnummer aus dem Anruf selbst, sondern gehen Sie ausschließlich über die offiziellen PayPal-Kanäle.
So schützen Sie sich vor falschen PayPal-Anrufen
Ein gesundes Misstrauen ist der beste Schutz. Wenn eine unbekannte Nummer anruft, sollten Sie besonders vorsichtig sein – vor allem, wenn sofort Druck aufgebaut wird. Diese Maßnahmen helfen:
- Unbekannte Nummern nicht unüberlegt annehmen
- Rufnummern bei Bedarf online überprüfen
- Niemals sensible Daten am Telefon preisgeben
- Keine Überweisungen auf angebliche Sicherheitskonten vornehmen
- Bei Unsicherheit direkt PayPal über die offizielle Website oder App kontaktieren
Werden Nummern im Internet bereits mit Betrugsversuchen in Verbindung gebracht, sollten Sie auf keinen Fall zurückrufen.
Was tun, wenn Sie bereits reagiert haben?
Wenn Sie während des Anrufs Daten preisgegeben, eine Taste gedrückt oder sogar Geld überwiesen haben, sollten Sie schnell handeln:
- Prüfen Sie sofort Ihr PayPal-Konto auf verdächtige Aktivitäten.
- Ändern Sie Ihr Passwort.
- Informieren Sie PayPal über den Vorfall.
- Kontaktieren Sie bei Bedarf auch Ihre Bank.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Je schneller Betroffene reagieren, desto größer ist die Chance, weiteren Schaden zu verhindern.
Wie kommen Betrüger an Ihre Telefonnummer?
Viele Betroffene fragen sich nach einem solchen Anruf, woher die Täter ihre Nummer haben. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Möglich ist, dass Kriminelle Nummern automatisiert durchprobieren oder sie über frühere Datenlecks und Phishing-Versuche erlangt haben.
Beim sogenannten Phishing versuchen Betrüger etwa per E-Mail oder über gefälschte Webseiten, an persönliche Daten zu kommen. Deshalb gilt auch hier: Geben Sie Ihre Daten im Internet nur sparsam preis und prüfen Sie immer genau, mit wem Sie es zu tun haben.

