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p2p-wochenüberblick: indemo plant early exit und weitere plattformneuigkeiten

Dieser Artikel fasst die jüngsten Entwicklungen auf mehreren europäischen P2P– und Immobilienplattformen zusammen. Ziel ist es, die relevanten Fakten klar zu bündeln, damit Anleger die Auswirkungen auf Liquidität, Konditionen und Plattformrisiken schnell erfassen können. Die folgenden Abschnitte behandeln einzelne Plattformen mit den wichtigsten Kennzahlen und praktischen Implikationen.

Ich nutze hier klare Kennzeichnungen für Schlagworte und erkläre relevante Begriffe in kursiv, damit auch Einsteiger die technischen Punkte nachvollziehen können. Die Reihenfolge orientiert sich an Relevanz für Liquidität und Anlegerinteressen.

Indemo: initiative für mehr handelbarkeit und eine neue frühzeitige ausstiegsoption

Die Immobilienplattform Indemo hat Liquditätsverbesserungen zur Priorität erklärt. Geplant ist ein sekundärmarkt, über den Notes gehandelt werden können; dieser Markt ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Parallel dazu soll bereits im zweiten Quartal 2026 eine Early Exit-Funktion eingeführt werden, die Anlegern vorzeitige Verkäufe erleichtern soll.

Das geplante Modell sieht monatliche Rückkaufbudgets, eine transparente Auflistung der zum Rückkauf zugelassenen Notes und eine FIFO-Abwicklung vor. Ziel ist, dass Anleger nicht mehr auf institutionelle Käufer warten müssen, sondern regelmäßig und planbarer Liquidität erhalten. Praktisch bleibt abzuwarten, wie groß die Budgets sind und wie stark Nachfrage und Angebot den tatsächlichen Verkaufspreis beeinflussen.

Konkrete rückzahlung: immobilie A98

Aktuell wurde das Projekt A98 vollständig zurückgezahlt. Insgesamt flossen rund 233.000 EUR Kapital plus Zinsen an 631 Investoren, das entspricht etwa 12,1 % aller aktiven Notes. Der gewichtete Jahres-ROI lag bei 15,3 %, einzelne Einstiege erzielten bis zu 21,84 %. Persönliche Einzelrenditen lagen zwischen 13,9 % und 21,56 %. Ein Beispiel zeigt die Größenordnung: Aus etwa 240 EUR Einsatz resultierten rund 80 EUR Ertrag.

Asterra Estate: treueprogramme und operative fortschritte

Die Immobilienplattform Asterra Estate startet ein Loyalty Program, das am 18.02 live geht. Das System ähnelt bekannten Staffelmodellen: Ab einem bestimmten Anlagevolumen erhöht sich automatisch der Zinssatz ohne zusätzliche Registrierung.

Die Staffelung lautet: ab 10.000 EUR +0,5 % p.a., ab 25.000 EUR +0,75 %, ab 50.000 EUR +1,0 % und ab 100.000 EUR sogar +1,5 % p.a. Der Bonus wird auf den regulären Projektzins aufgeschlagen und wirkt sich tagesgenau auf aktive Investments aus. Operativ vermeldet Asterra Fertigstellungen und erste Einzüge; für den 20. März sind Einzüge in bereitstehende Einheiten angekündigt und erste Verkäufe laufen.

Nectaro & Esketit: platformfeatures und neue kreditgeber

Bei Nectaro wurden mehrere Nutzeroberflächen ergänzt. Auf der manuellen Investitionsseite erscheinen jetzt zusätzliche Detailfelder wie Kreditnehmer, Kreditgeber, Kredittyp und Landesflaggen, sodass Anleger sofort mehr Kontext zu einem Angebot erhalten. Das Portfolio-View wurde strukturiert und neue Filter erlauben Selektionen nach Status, Typ, Zinssatz und Restlaufzeit – nützliche Hilfen für die Portfolioanalyse.

Esketit nimmt Jet Finance auf

Esketit hat Jet Finance aus Kasachstan gelistet. Jet Finance ist seit 2019 aktiv, agiert als reguliertes Mikrofinanzinstitut mit Schwerpunkt auf fahrzeugbesicherten Krediten (rund 70 %), ergänzt durch SME- und Ratenkredite. Durchschnittliche Ticketgrößen liegen zwischen 12.000 und 30.000 EUR, Laufzeiten können bis zu 84 Monate betragen. Das ausstehende Portfolio wurde zuletzt mit rund 84,8 Mio. EUR beziffert.

Esketit nennt für Jet Finance eine Zielrendite von etwa 10 % p.a.. In Ratings erschien Jet Finance auf anderen Marktplätzen teils als risikoreicher Kreditgeber. Auf Esketit sind Investitionen derzeit manuell und über den Custom Auto Invest möglich; in der Diversified Strategy ist Jet Finance noch nicht enthalten. Persönlich verteile ich Kapital zwischen verschiedenen Jurisdiktionen: etwa 2.800 EUR über Kroatien und knapp 12.000 EUR über Irland, was ungefähr einem Anteil von 19 % zu 81 % entspricht.

Quicko / Loanch: lizenzentzug und spekulationen

Der polnische Zahlungsdienstleister Quicko, der für die P2P-Plattform Loanch als Zahlungsabwickler fungierte, hatte am 21. Januar 2026 seine Lizenz entzogen bekommen. Offiziell wurden Mängel im Risikomanagement und in der Unternehmensführung genannt. Medienberichte diskutieren darüber hinaus mögliche Verflechtungen mit russischen Akteuren und Verdachtsmomenten im Zusammenhang mit sanktionierten Transaktionsstrukturen.

Für Loanch ist die Lage heikel: Einzahlungen wurden gestoppt und Nutzer melden Schwierigkeiten bei Auszahlungen. Die Plattform steht im Zusammenhang mit Fingular; die Eigentümerstruktur und größere Kapitalgeber stehen in der Berichterstattung zur Debatte. Rund 14.000 Anleger sind über Loanch engagiert und haben zusammen mehr als 60 Mio. EUR finanziert. Als kurzfristige Maßnahme erhöhte Loanch die Verzinsung auf Projekte auf 15 %, um Nervosität zu dämpfen – eine Maßnahme, die Vertrauen nicht automatisch wiederherstellt.

Praktische hinweise und nützliche tools

Informationsgeschwindigkeit ist im P2P-Bereich entscheidend. Zwei nützliche Hilfen sind ein inoffizieller Mintos-Telegram-Kanal, der schnelle Alerts zu Kreditgebern und Emittenten liefert, sowie der Bot P2P Sniper, der neue Kreditangebote filtert und meldet. Solche Tools können helfen, früh auf negative Nachrichten zu reagieren oder attraktive Angebote zeitnah zu nutzen.

Anleger sollten Positionen diversifizieren, Plattformupdates beobachten und bei Unsicherheit die eigenen Auszahlungs- und Liquiditätsbedarfe prüfen.

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