Menu
in

P2P-kredite im Umbruch: Rendity pleite, Estateguru belastet und neue Produkte im Markt

Die Meldung von der Rendity-Insolvenz hat in der P2P-Community für starke Verunsicherung gesorgt. Rund 38.000 Anleger sind betroffen, die über die Plattform insgesamt mehr als 150 Millionen Euro investiert hatten. Diese Situation wirft grundlegende Fragen zur Risikostreuung, zur Transparenz von Plattformen und zu rechtlichen Folgen für Investoren auf.

Gleichzeitig entwickeln andere Anbieter neue Produkte und kämpfen mit ausfallgefährdeten Krediten, sodass sich das Marktumfeld schnell verändert.

Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Fakten zusammen, bewertet die unmittelbaren Risiken und zeigt, welche Schritte Anleger nun erwägen sollten. Dabei werden sowohl operative Aspekte der Abwicklung als auch Produktinnovationen und Problemfelder bei Immobilienkrediten betrachtet.

Was bedeutet die Rendity-Pleite für Anleger?

Die endgültige Einstellung des Betriebs bedeutet, dass die Plattform in eine Abwicklung geht. Für betroffene Anleger heißt das: laufende Rückflüsse können verzögert oder eingeschränkt werden, und die Verwertung von Sicherheiten ist oft langwierig. Entscheidend ist die Prüfung der vertraglichen Rechte und der Frage, wie die Forderungen rechtlich ausgestaltet sind. Häufig greifen Service- und Treuhandstrukturen unterschiedlich stark, weshalb eine individuelle Analyse der Verträge notwendig ist.

Konkrete Folgen und Handlungsmöglichkeiten

Anleger sollten vorrangig Unterlagen sammeln, offene Forderungen dokumentieren und mögliche Kontaktkanäle zur Abwicklungsverwaltung nutzen. Eine Prüfung der Sicherheiten (z. B. Grundpfandrechte bei Immobilienprojekten) durch Fachanwälte kann helfen, die Erfolgsaussichten zu beurteilen. Wichtig ist zudem die Überprüfung einer möglichen Insolvenzmasse sowie der Frage, ob Drittverwaltungen oder Drittfirmen Gelder halten.

Weitere Problemlagen im Immobilien-P2P-Bereich

Parallel zur Rendity-Pleite steht Estateguru weiterhin vor Herausforderungen: In mehreren Ländern, insbesondere in Deutschland, häufen sich notleidende Immobilienkredite. Solche Kreditbestände belasten die Liquidität und erfordern erhöhte Rückstellungen. Anleger sollten daher die Ausfallquoten, die Qualität der unterschriebenen Sicherheiten sowie die Vorgehensweisen der Plattform zur Restrukturierung prüfen.

InRento und erste Projekte unter Druck

Bei InRento sind erstmals zwei Projekte ernsthaft unter Druck geraten. Das zeigt, wie sensibel einzelne Projektengagements auf Markt- und Baukostenänderungen reagieren. Anleger sollten ihre Portfolios prüfen und gegebenenfalls Diversifizierung über mehrere Plattformen und Laufzeiten in Erwägung ziehen, um Klumpenrisiken zu vermindern.

Neue Produkte und Dialoge: Afranga und FF Forest

Im Gegenlauf zu den Ausfallmeldungen bringen einige Anbieter neue Lösungen auf den Markt. Afranga hat mit SaveSmart ein Festzinsprodukt gestartet, das monatliche Zinszahlungen verspricht. Solche Angebote können für konservativere Anleger attraktiv sein, bergen aber ebenfalls Emittenten- und Bonitätsrisiken. Die Konditionen sollten deshalb anhand von TAEG-ähnlichen Kennzahlen und der Bonitätsprüfung des Emittenten bewertet werden.

Der Anbieter FF Forest hat in seinem ersten Q&A Einblicke in Geschäftsstrategie und Produkte gegeben: Dort wurden Themen wie CO2-Zertifikate, internationale Expansion, die Gewinnung institutioneller Investoren und angekündigte Zinssenkungen angesprochen. Solche Informationen sind nützlich, um die wirtschaftliche Ausrichtung und die Risikosteuerung zukünftiger Projekte besser einordnen zu können.

Praxisempfehlungen für Anleger

Aus dieser Lage lassen sich mehrere konkrete Empfehlungen ableiten: Erstens, dokumentieren Sie alle Vertragsunterlagen und behalten Sie Kommunikationsprotokolle. Zweitens, prüfen Sie die Diversifikation Ihres Portfolios: Streuung nach Plattformen, Laufzeiten und Regionen vermindert Klumpenrisiken. Drittens, bewerten Sie neue Produkte wie Afranga SaveSmart kritisch und analysieren Sie Emittentenbonität und Sicherheiten. Viertens, ziehen Sie bei komplexen Fällen rechtliche Beratung hinzu, um Ansprüche zu klären und Durchsetzungschancen zu beurteilen.

Wer aktiv informiert bleibt, Verträge genau liest und sein Risiko streut, erhöht die Chance, unerwartete Verluste zu begrenzen. Transparenz der Plattformen und professionelle Informationsquellen sind jetzt besonders wichtig.