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22 Juni 2026

P2P-Kredite 2026: Mintos, TWINO und Ventus Energy im Fokus der Anleger

Entdecken Sie die wichtigsten Entwicklungen im P2P-Kredit-Markt, von den Rückholungsmaßnahmen von Mintos über die regulatorischen Herausforderungen von TWINO bis hin zu den Restrukturierungsplänen von Ventus Energy.

P2P-Kredite 2026: Mintos, TWINO und Ventus Energy im Fokus der Anleger

Die Welt der P2P-Kredite erlebt in diesem Juni 2026 bedeutende Entwicklungen, die Anleger auf der ganzen Welt betreffen. Während einige Plattformen mit regulatorischen Herausforderungen kämpfen, setzen andere auf innovative Produkte und Expansionen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die neuesten Ereignisse bei MintosTWINO und Ventus Energy sowie auf die Expansion von Afranga und InRento.

investitionen in P2P-Kredite bergen Risiken, die bis hin zum Totalverlust reichen können. Es ist daher entscheidend, sich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. In den folgenden Abschnitten beleuchten wir die wichtigsten News der letzten Woche.

Mintos verschiebt 80 Millionen Euro in die Rückholung

Während die Aufmerksamkeit der P2P-Community derzeit stark auf Ventus Energy gerichtet ist, hat Mintos still und leise über 80 Millionen Euro in die Rückholung verschoben. Diese Summe entspricht etwa dem gesamten ausstehenden Ventus-Portfolio. Die Rückholungsmaßnahmen betreffen vor allem zwei Fälle: Nera Capital und FintechFinance sowie Biznes Zaim.

Bei Nera Capital sind seit dem letzten Update keine Tilgungszahlungen eingegangen. Die Verhandlungen über einen Restrukturierungs-Entwurf befinden sich laut Mintos in der Abschlussphase, sind jedoch noch nicht finalisiert. Die Verhandlungen wurden durch einen regulatorischen Eingriff ausgelöst und stellen den größten Recovery-Fall in der Geschichte von Mintos dar.

Die Verhandlungen mit FintechFinance und Biznes Zaim aus Kasachstan laufen ebenfalls. Hier ist ein schrittweiser Schuldenabbau geplant, der voraussichtlich 18 bis 24 Monate in Anspruch nehmen wird. Zuletzt ist eine Zahlung von 250.000 Euro eingegangen. Mintos hat die Managementteams in Almaty persönlich getroffen. In beiden Fällen geht man aktuell von einer vollständigen Rückholung aus, allerdings frühestens 2028.

TWINO unter Druck: UOKiK leitet Verfahren gegen Fincard ein

Die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK hat am 16. Juni 2026 ein Verfahren gegen Fincard eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Umgehung der gesetzlichen Zinsobergrenze für Verbraucherkredite. Fincard erhob auf die genutzten Kreditlimits regelmäßige Provisionen, die prozentual an der in Anspruch genommenen Summe hingen. Laut UOKiK handelte es sich dabei faktisch um versteckte Zinsen, die die gesetzlich erlaubte Zinsgrenze überschreiten.

TWINO-CEO Nauris hat sich auf Telegram zu dem Vorwurf geäußert und betont, dass es sich nicht um einen neuen Fall handelt. Die UOKiK hatte Fincard bereits vor über einem Jahr mit Informationsanfragen kontaktiert. Aktuell liege lediglich ein Vorwurf vor, keine rechtskräftige Entscheidung und keine Sanktion. Fincard vertritt den Standpunkt, dass polnisches Verbraucherkreditrecht die parallele Erhebung von Zinsen und separaten Gebühren ausdrücklich erlaubt.

Sollte das Verfahren zu einer existenzbedrohenden Sanktion führen oder das Geschäftsmodell regulatorisch kippen, stehen für P2P-Anleger rund 40 Millionen Euro im Feuer. Polen ist historisch dafür bekannt, ein schwieriger Markt für P2P-Anleger zu sein.

Ventus Energy: Restrukturierung oder Insolvenz?

Ventus Energy hat in der vergangenen Woche einen Lender Call abgehalten und erste Details zum geplanten Sanierungsverfahren kommuniziert. Das Management sieht die aktuelle Krise als Ergebnis mehrerer gleichzeitiger Belastungen, darunter regulatorische Untersuchungen, Kontosperrungen durch Banken und Zahlungsdienstleister sowie externe Störungen des Geschäftsbetriebs.

Das Unternehmen hat sich gegen eine Insolvenz und für ein förmliches Restrukturierungsverfahren entschieden. Der entsprechende Plan soll in rund zwei Wochen beim Gericht eingereicht werden. Nach Prüfung durch einen bestellten Administrator folgt eine Gläubigerabstimmung, für die eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. Alle Gläubiger werden dabei gleichbehandelt.

Die Vermögenswerte von Ventus übersteigen laut Unternehmensangaben 100 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten liegen knapp darunter. Das Mezzanine-Portfolio beläuft sich auf über 80 Millionen Euro. Geplant ist der geordnete Verkauf einzelner Portfolios aus den Bereichen Wind, Solar, Wärme und möglicherweise weiterer Assets. Mehrere Kaufinteressenten seien bereits vorhanden.

Im Erfolgsfall hält das Management eine vollständige Rückzahlung für möglich. Im Fall einer Insolvenz schätzt das Unternehmen die Rückholungsquote auf 0 bis 50 Prozent. Die Abstimmung über den Restrukturierungsplan findet voraussichtlich im Juli statt.

Afranga und InRento erweitern ihr Angebot

Afranga hat sein Produkt SaveSmart um grundbuchlich besicherte Immobilienkredite erweitert. Das erste verfügbare Projekt trägt den Namen Modern Housing Ovcha Kupel und bietet einen festen Zinssatz von 9 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Zinsen werden monatlich ausgezahlt, das Kapital zum Laufzeitende zurückgeführt.

Die litauische Immobilien-P2P-Plattform InRento hat ein Büro in Bukarest eröffnet und ist mit zwei ersten Projekten in Rumänien aktiv. Das erste rumänische Projekt trägt den Namen Z128 und befindet sich in Brașov. Es handelt sich um die Umwandlung einer bestehenden Struktur in einen gemischt genutzten Gewerbekomplex. Langfristige Mietverträge mit Supeco, einem Tochterunternehmen der Carrefour-Gruppe, sowie dem Fitnessnetzwerk 18Gym sind bereits abgeschlossen.

Das zweite Projekt C19 befindet sich am Lascar-Catargiu-Boulevard im Herzen des Bukarester Geschäftsviertels. Zwei miteinander verbundene Bestandsgebäude sollen zu einem Bürokomplex umgewandelt werden. Die angegebene Gesamtrendite beträgt 10,75 bis 12 Prozent pro Jahr.

InRento positioniert sich in Rumänien als Alternative zu lokalen Banken, deren Kreditprozesse für Refurbishment- und Umnutzungsprojekte strukturell ungeeignet sind. Bislang hat InRento nach eigenen Angaben über 10 Millionen Euro Zinsen an Anleger ausgezahlt.

Autor

Markus Weber