Menu
in

Künstliche Intelligenz: Revolutionierung der Softwareindustrie im digitalen Zeitalter

Vor rund fünfzehn Jahren veröffentlichte Marc Andreessen einen wegweisenden Artikel im Wall Street Journal, der die Transformation der Softwarebranche thematisierte. In diesem Aufsatz erklärte er, dass Software in der Lage sei, traditionelle Industrien zu übernehmen und ganze Wertschöpfungsketten neu zu gestalten.

Beispiele wie Netflix im Medienbereich, Amazon im Einzelhandel oder Tesla in der Automobilindustrie untermauern seine Argumentation. Angetrieben wurde dieser Wandel durch die Verbreitung von Breitbandinternet und Smartphones sowie durch sinkende Einstiegskosten dank Cloud-Technologien und modernen Softwaretools, die es neuen Unternehmen ermöglichten, sich schnell im Markt zu etablieren.

Derzeit sind viele Enthusiasten der künstlichen Intelligenz überzeugt, dass diese bald die Softwareindustrie dominieren wird. Angesichts des dramatischen Rückgangs der Aktienkurse von Enterprise SaaS-Anbietern in den letzten Monaten könnte man vermuten, dass eine umfassende Krise bevorsteht. Diese Trends betreffen nicht nur etablierte Unternehmen wie Salesforce oder Adobe, die in den letzten Jahren vor allem durch Übernahmen gewachsen sind, sondern auch aufstrebende Firmen, die mit hohen Wachstumsraten und beeindruckenden Bruttomargen von über 80 % aufwarten.

Die aktuellen Herausforderungen für Softwareunternehmen

Die aktuellen Entwicklungen im Markt zeigen, dass selbst jüngere Softwareunternehmen wie Atlassian, HubSpot, GitLab und Monday unter Druck geraten sind. Diese Firmen, die organisch schneller wachsen und hohe Margen erzielen, haben in den letzten zwölf Monaten über 50 % ihres Wertes verloren. Die Sorgen der Investoren sind nicht unbegründet, da sie eine Massenflucht aus diesen Werten beobachten konnten.

Der Einfluss von künstlicher Intelligenz

Viele Experten glauben, dass KI in naher Zukunft einen Großteil der Aufgaben in Unternehmen übernehmen wird. Dies wirft die Frage auf: Wie wird die Unternehmenssoftware der Zukunft aussehen? Werden Firmen in der Lage sein, KI-basierte Vibe-Coding-Tools zu nutzen, um ihre eigene Software zu entwickeln, anstatt auf teure Abonnements von traditionellen SaaS-Anbietern zurückzugreifen?

Mit jeder neuen Version und der stetigen Verbesserung der Vibe-Coding-Fähigkeiten von KI-Tools wie Claude Code oder Lovable wird in sozialen Medien oft behauptet, dass die Ära der traditionellen Unternehmenssoftware zu Ende geht. Viele glauben, dass es bald möglich sein wird, mit wenig Aufwand ein eigenes ERP oder CRM-System zu erstellen.

Marktanalyse und Investorenpsychologie

Der Finanzmarkt scheint zu der Überzeugung gelangt zu sein, dass das vorhersehbare Wachstum der Enterprise-Softwareanbieter, das auf wiederkehrenden Einnahmen basierte, nun der Vergangenheit angehört. Diese Einschätzung erklärt die alarmierenden Kursverluste entsprechender Aktien.

Als jemand, der seit 25 Jahren in der Softwarebranche tätig ist, halte ich es für wichtig, die derzeitige Investorenpanik in einen Kontext zu setzen. Es ist entscheidend, die langfristigen Perspektiven und Innovationen in der Softwareentwicklung zu betrachten. Wenn Sie mehr über meine Ansichten dazu erfahren möchten, lade ich Sie ein, meinen Substack zu besuchen, wo ich regelmäßig Beiträge auf Deutsch und Englisch veröffentliche, teilweise hinter einer Paywall.

Disclaimer: Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzen Anteile von monday.com. Dieser Beitrag stellt eine persönliche Meinung dar und ist keine Anlageberatung. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise.