In Deutschland wächst das Interesse an digitalen Vermögenswerten beständig. Laut einer aktuellen Studie von KPMG und BTC-Echo liegt der mittlere monatliche Investitionsbetrag bei 375 Euro. Der Median, also der Wert in der Mitte aller Angaben, verdeutlicht, dass ein Viertel der Befragten sogar mehr als 1.000 Euro pro Monat anlegt. Insgesamt machen 34 % des Gesamtvermögens der befragten Krypto-Affinen digitale Assets aus – ein Plus von fünf Prozentpunkten zum Vorjahr. Dabei verfolgen 87 % der Investoren einen langfristigen Aufbau, was regelmäßige Käufe und ein breites Portfolio begünstigt.
Gebührenstruktur und Präferenzen bei Krypto-Börsen
Ein überraschendes Ergebnis einer YouGov-Umfrage im Auftrag von BearingPoint zeigt, dass Trade Republic mit 17 % die erste Wahl ist, gefolgt von Binance (16 %), Bitpanda (11 %) und Coinbase (10 %). Die Auswahl basiert auf der zuerst genannten Plattform, nicht auf dem Handelsvolumen. Trotz dieser Beliebtheit stehen die Kosten im Vordergrund: Eine Analyse des Frankfurt School Blockchain Center und intas.tech ergab, dass beim sofortigen Wiederverkauf (Round-Trip) die Gesamtkosten bei Coinbase bei 6,45 % lagen, bei Kraken bei 5,92 % und bei Bitpanda bei 4,99 %. Günstigere Anbieter wie flatex (1,21 %), justTRADE (0,64 %) oder Bitvavo (0,53 %) zeigen, dass die reine Ordergebühr nicht die gesamte Kostenlast widerspiegelt – der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs kann die effektiven Ausgaben deutlich erhöhen.
Traditionelle Banken drängen in den Krypto-Sektor
Seit Mai bietet die VR-Bank Würzburg erstmals ihren Privatkunden den direkten Kauf von Bitcoin an. In den ersten fünf Monaten kamen rund 50 Neukunden hinzu, und bereits über hundert Bestandskunden haben Kryptowährungen erworben – manche sogar im Alter von 70 Jahren. Dieser Trend breitet sich rasch aus: Weitere Volks- und Raiffeisenbanken folgen, Mitte Oktober werden die ersten Sparkassen einsteigen, und gegen Jahresende plant die Commerzbank ein ähnliches Angebot. Die Einbindung etablierter Hausbanken erhöht das Vertrauen vieler Anleger, von denen 38 % die eigene Bank als sicherste Anlaufstelle für Krypto-Geschäfte ansehen. Die Kombination aus Bekanntheitsgrad und Wahrnehmung als verlässlicher Partner lässt höhere Gebühren teilweise akzeptieren.
ETF- und Krypto-ETN-Bewegungen an der Deutschen Börse
Im ETF-Segment verzeichnen DAX-Tracker von iShares und Xtrackers ein starkes Kaufinteresse, während Short-DAX-ETFs verkauft werden – ein Indikator dafür, dass deutsche Aktien derzeit besonders gefragt sind. Neben traditionellen Fonds erleben Krypto-ETNs einen Aufschwung, vor allem bei Bitcoin und Ethereum, doch auch kleinere Coins kehren zurück. Der Bitcoin-Preis liegt bei rund 84.000 US-Dollar und übertrifft damit die Sommerhochsaison deutlich. Im Gegenzug sinkt der Goldpreis, was zu vermehrten Käufen von Gold-ETCs führt. Diese Daten illustrieren, dass Anleger nicht nur in klassische Märkte, sondern zunehmend in digitale Assets investieren, beeinflusst von Gebühren, Vertrauen und dem wachsenden Angebot seitens der Banken.



