Die Jizan-Raffinerie von Saudi Aramco in Südwest-Saudiarabien wurde erneut zum Ziel von Houthi-Angriffen. Die Anlage mit einer Kapazität von 400.000 Barrel pro Tag spielt eine zentrale Rolle in der globalen Ölversorgung und ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Transport von Erdöl über den Roten Meer.
Die Angriffe auf die Raffinerie haben sich in den letzten Monaten gehäuft. Bereits im Juli und August wurden die Anlagen in Jizan und Yanbu getroffen. Die Houthi-Rebellen die von Iran unterstützt werden, haben ihre Angriffe auf saudische Einrichtungen intensiviert, nachdem die Kämpfe in Jemen im Sommer wieder aufgeflammt waren.
Strategische Bedeutung der Jizan-Raffinerie
Die Jizan-Raffinerie ist nicht nur eine der größten in Saudiarabien, sondern auch ein wichtiger Umschlagplatz für Erdölprodukte. Aufgrund der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hat die Anlage an Bedeutung gewonnen, da Saudiarabien mehr Öl über den Roten Meer transportiert, um die Meerenge von Hormuz zu umgehen.
Die Angriffe haben jedoch zu erheblichen Versorgungsengpässen geführt. Laut Kpler wurden im August keine Ölprodukte mehr aus Jizan exportiert. Die Saudi Aramco hat zwar betont, dass die Angriffe keine materialen Auswirkungen auf die Produktion hatten, doch die logistischen Herausforderungen bleiben bestehen.
Auswirkungen auf die Ölpreise
Die erneuten Angriffe haben die Ölpreise weiter in die Höhe getrieben. Der Brent-Ölpreis stieg am Montag auf über 97 US-Dollar pro Barrel den höchsten Stand seit Ende Juli. Die West Texas Intermediate (WTI)-Futures erreichten ebenfalls ein Sechs-Wochen-Hoch.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die Konflikte zwischen den USA und Iran haben die Ölmärkte zusätzlich verunsichert. Die Iranische Revolutionsgarde hat kürzlich drei Tanker im Strait of Hormuz angegriffen, was zu einer erheblichen Verlangsamung des Schiffsverkehrs führte.
Die Rolle der Houthi-Rebellen
Die Houthi-Rebellen haben ihre Angriffe auf saudische Einrichtungen intensiviert, nachdem sie im Juli eine Blockade der saudischen Häfen im Roten Meer ausgerufen hatten. Die Rebellen haben auch die Bab al-Mandeb-Straße eine wichtige Schifffahrtsroute ins Visier genommen.
Die Saudi Aramco hat zwar betont, dass die Angriffe keine langfristigen Auswirkungen auf die Produktion haben, doch die logistischen Herausforderungen bleiben bestehen. Die Jizan-Raffinerie ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Transport von Erdölprodukten, und die Angriffe haben die globale Ölversorgung zusätzlich belastet.
Die Ölpreise werden voraussichtlich weiter steigen, wenn die geopolitischen Spannungen anhalten. Die Goldman Sachs hat bereits gewarnt, dass die Preise auf bis zu 120 US-Dollar pro Barrel steigen könnten, wenn die Angriffe auf die Schifffahrt weiter zunehmen.



