Europa steht in den letzten Tagen unter extremer Hitze. Die Temperaturen steigen auf Rekordwerte, und der Klimawandel spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler haben berechnet, dass die aktuelle Hitzewelle durch den menschengemachten Klimawandel deutlich verschärft wird. In einigen Regionen sind die Temperaturen um bis zu 4 Grad Celsius höher als sie unter ähnlichen Bedingungen noch vor einigen Jahrzehnten gewesen wären.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der extremen Temperaturen zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz aufgerufen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass die Temperaturen in Europa doppelt so schnell steigen wie im globalen Durchschnitt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit und Schwere extremer Wetterphänomene erheblich.
Rekordhitze in Großbritannien und Österreich
In Großbritannien werden für die kommenden Tage die höchsten Temperaturen in einem Juni seit Beginn der Aufzeichnungen erwartet. Der britische Wetterdienst Met Office hat die höchste Warnstufe für weite Teile Mittel- und Südenglands sowie für Wales herausgegeben. In Südengland könnten Höchstwerte von bis zu 38 Grad Celsius erreicht werden.
Auch in Österreich gilt in mehreren Städten die höchste Wetterwarnstufe. Besonders betroffen sind WienLinzGraz und Klagenfurt. Das staatliche Meteorologie-Institut Geosphere Austria warnt vor extremer Hitzebelastung.
Maßnahmen zur Bewältigung der Hitzewelle
Viele Städte und Gemeinden haben bereits Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der Hitzewelle zu mildern. In Stuttgart wurde ab Freitag die Wasserentnahme aus Gewässern verboten, um den Natur- und Umweltschutz zu gewährleisten. Bei Missachtung drohen hohe Geldbußen.
Der Nabu Niedersachsen rät Bürgerinnen und Bürgern, im Garten oder auf dem Balkon Wasser für Wildtiere bereitzustellen und schattige Rückzugsorte zu schaffen. Viele Tiere sind den hohen Temperaturen schutzlos ausgeliefert und drohen zu überhitzen. Lüften in den Morgen- und Abendstunden sowie das Aufhängen von nassen Tüchern kann eine Hilfe für Gebäudebrüter und Fledermäuse sein.
Klimawandel und seine Auswirkungen
Der menschengemachte Klimawandel verschärft die derzeitige Hitzewelle in Europa deutlich. Fachleute des Projekts Climameter haben berechnet, dass die Temperaturen in Teilen Westeuropas um bis zu 4 Grad Celsius höher sind als sie unter ähnlichen Bedingungen in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gewesen wären. Diese Entwicklung liegt an den steigenden Treibhausgasemissionen.
In mehreren Städten Europas sind die Temperaturen deutlich höher als noch vor einigen Jahrzehnten. In Saragossa ist es 4 Grad Celsius heißer, in Mailand 3,8 Grad Celsius und in Paris 2,4 Grad Celsius. Auch in deutschen Städten wie MünchenFrankfurt und Köln treibt der Klimawandel die Temperaturen in die Höhe.
Die WHO empfiehlt bei Temperaturen unter 40 Grad die Nutzung von Ventilatoren. Bei Temperaturen über 40 Grad heizen diese Geräte den Körper jedoch noch stärker auf. Zudem sollten Menschen mindestens zwei bis drei Liter Wasser pro Tag trinken, um sich vor den gesundheitlichen Risiken der Hitze zu schützen.


