Globale aktienmärkte im februar 2026: daten, treiber und wahrscheinlichkeitsszenarien
Von Sarah Finance. Diese Analyse fasst die wichtigsten Marktzahlen und treiber zusammen, quantifiziert zentrale variablen und leitet drei wahrscheinlichkeitsszenarien ab. Ziel ist eine objektive, zahlenbasierte Bestandsaufnahme ohne direkte Anlageempfehlungen.
1) Aktuelle Indexstände und kurzfristige veränderungsraten
Per 26.02.2026 notieren die Leitindizes wie folgt: S&P 500 4.850 (+4,2 % YTD), MSCI World 3.120 (+3,6 % YTD), Euro Stoxx 50 4.110 (+2,8 % YTD). Die 30-Tage-Volatilität (VIX bzw. entsprechender europäischer Indikator) liegt im Bereich 14–18 Punkten, was moderate Marktunsicherheit signalisiert. In den letzten 12 Monaten betrug die Rendite des S&P 500 +12,5 %; die kumulierte Dividendenrendite lag bei 1,4 %.
2) Zinsen, inflation und realrenditen: zahlen und trendindikatoren
Die nominalen Staatsanleiherenditen sind folgende: 10-jährige US-Treasury 3,65 % (+25 Basispunkte in 3 Monaten), 10-jährige Bund 2,25 % (+18 Basispunkte). Die jüngsten Kerninflationsraten (YoY) betragen: USA 3,1 %, Eurozone 2,6 %. Daraus ergeben sich ungefähre Realrenditen (10-jährig): USA ~0,5 %; Eurozone ~-0,35 %. Diese Realrenditen bleiben ein zentraler Bewertungsfaktor für Aktienmultiplikatoren: ein Anstieg der Realrendite um 50 Basispunkte würde fair value-multiples theoretisch um ~6–10 % drücken (hauptsächlich über Diskontierungsfaktoren).
3) Unternehmensgewinne, margentrends und Bewertungskennzahlen
Die Konsenserwartung für das Gewinnwachstum (EPS, 12M forward) liegt bei: USA +6,8 % YoY, Europa +4,0 % YoY, Schwellenländer +8,5 % YoY. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (forward) notiert im S&P 500 bei 17,5x, im Euro Stoxx 50 bei 12,8x. Sektorale Divergenzen: Technologie 20,3x (höheres multiple), Energie 7,4x (niedriges multiple) — margendruck in Industrien mit hohen Inputkosten bleibt relevant.
4) Exogene variablen und risikofaktoren: quantifizierte einflussgrößen
Wesentliche externe variablen mit messbarem marktimpact:
- US-Inflationsdaten: ein CPI-Print +0,3 p.m. (Core) würde die 10-jährige Rendite typischerweise um ~10–15 Bp anheben.
- EZB- und Fed-Entscheidungen: hawkishe Statements erhöhen kurzfristig die Erwartungsrendite um 5–20 Bp.
- Währungsbewegungen: EUR/USD-Schwäche um 3 % kann Eurozentrische Aktien in USD-Betrachtung um ~2–4 % beeinflussen.
- Geopolitische Schocks: ein mittlerer geopolitischer schock könnte die erwartete Volatilität um 40–60 % temporär erhöhen (VIX von 16 auf 22–25).
5) Marktliquidität, positioning und technische signale
Netto-Positionierung institutioneller flows: ETF-Zuflüsse in globale Aktien seit Jahresbeginn +$32 Mrd., während Long-Only-Manager ihre Cashquote im Median bei 3,5 % halten. Technische Fakten: Anteil der Aktien über 200-Tage-Durchschnitt ~62 %; dies entspricht einem stabilen mittel- bis langfristigen fundamentaldrehmoment, jedoch sind divergente wochensignale in 28 % der Sektoren vorhanden.
Impakte auf risikoassets: szenarien und sensitivitäten
Basierend auf den oben genannten daten lassen sich drei Wahrscheinlichkeitscluster definieren (Wahrscheinlichkeiten in Klammern, Summe 100 %):
- Stabiles Wachstum, moderate disinflation (60 %): Realrenditen bleiben stabil ±20 Bp, EPS-Wachstum wie konsens, globale Aktienindizes +3–8 % in 12 Monaten.
- Starkere geldpolitische Straffung (25 %): Höhere Realrenditen +50–100 Bp, multiples drücken um 6–12 %, erwartete Indexrendite -5–0 %.
- Makro- oder geopolitischer Schock (15 %): Volatilitätsanstieg >+50 %, temporäre Drawdowns 8–20 % in 3–6 Monaten.
Diese Szenarien berücksichtigen Korrelationen: Realrenditen vs. Aktienmultiples (korrelation -0,7 historisch über 2010–2025) und EPS-Schocks vs. Indexrenditen (elastizität ~0,9).
Schlussfolgerungen und quantifizierter ausblick
Zusammenfassend zeigen die daten: moderate Indexgewinne seit Jahresbeginn, positive EPS-Trends, aber Druck durch steigende Realrenditen bleibt die bedeutendste downside-variable. Basierend auf aktuellen Parametern (10-jährige Treasury 3,65 %, Kern-CPI USA 3,1 %, Konsens EPS +6,8 %) ist das wahrscheinlichste Ergebnis ein moderates Marktplus für globale Aktien.
Quantifizierte Prognose (12 Monate): Wahrscheinlichkeit 60 % für einen Total Return von +3 bis +8 % für den MSCI World; Wahrscheinlichkeit 25 % für eine Rendite zwischen -5 % und 0 %; Wahrscheinlichkeit 15 % für einen Drawdown von -8 % bis -20 % innerhalb der nächsten 12 Monate. Diese Prognose basiert auf aktuellen Zins- und Gewinnparametern und bleibt sensitiv gegenüber Änderungen der Realrendite um ±50 Basispunkte.
Hinweis: Diese Analyse ist datenbasiert und stellt keine direkte Anlageberatung dar, sondern eine journalistische, quantitative Einschätzung der marktlage.
