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24 August 2026

ETF-Risiken im Fokus: Wie Indexfonds Machtverhältnisse an den Börsen beeinflussen

Passive Fonds wie ETFs verändern die Machtverhältnisse an den Börsen. Doch was passiert, wenn Millionen Anleger gleichzeitig verkaufen? Ein Blick auf die Risiken und Auswirkungen von Indexfonds.

ETF-Risiken im Fokus: Wie Indexfonds Machtverhältnisse an den Börsen beeinflussen

Exchange Traded Funds (ETFs) gelten als kostengünstige und bequeme Anlageform. Doch mit ihrer wachsenden Beliebtheit verändern sie die Dynamik der Finanzmärkte und die Machtverhältnisse in Unternehmen. Die große Frage ist: Was passiert, wenn Anleger im nächsten Börsencrash gleichzeitig verkaufen?

Die wachsende Dominanz weniger Anbieter im ETF-Markt wirft wichtige Fragen auf. Während passive Fonds weiterhin Kapital anziehen, bleibt ein großer Belastungstest noch aus. Die Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Unternehmensführung sind bereits heute spürbar.

Die wachsende Macht der Indexfonds

Die Beliebtheit von ETFs hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Doch mit dieser Beliebtheit steigt auch die Konzentration des Kapitals in den Händen weniger Anbieter. Dies hat Auswirkungen auf die Marktliquidität den Wettbewerb und die Unternehmensführung.

Ein Beispiel dafür ist der iShares MSCI World ETF der trotz anhaltender Mittelabflüsse eine hohe Bewertung von Morningstar erhält. Die Nettoabflüsse in den letzten drei Monaten beliefen sich auf 661,67 Millionen US-Dollar. Dennoch vergab Morningstar dem Fonds die höchste Bewertung, die Gold-Medaille.

Die Auswirkungen der Indexrevision

Die regelmäßige Überprüfung des MSCI World Index hat direkte Auswirkungen auf die ETFs, die diesen Index abbilden. Am 31. August 2026 werden Änderungen an der Zusammensetzung des Index wirksam. Dazu gehören die Aufnahme von Unternehmen wie SanDiskCarpenter Technology und ATI.

Diese Anpassungen führen zu automatischen Änderungen im Portfolio des iShares MSCI World ETF, ohne dass Anleger aktiv handeln müssen. Dies unterstreicht die passive Anlagephilosophie dieser Fonds.

Die Risiken der ETF-Dominanz

Die wachsende Dominanz von ETFs birgt auch Risiken. Ein zentrales Problem ist die Konzentration des Kapitals in wenigen Händen. Dies kann den Wettbewerb verzerren und die Markteffizienz beeinträchtigen.

Ein weiteres Risiko ist die Abhängigkeit von Indexanpassungen. Wenn große Unternehmen aus einem Index gestrichen werden, kann dies zu massiven Umschichtungen führen. Dies wiederum kann die Marktvolatilität erhöhen.

Die Rolle von BlackRock

BlackRock der größte Anbieter von ETFs, steht derzeit vor zwei wichtigen Herausforderungen. Zum einen beschleunigt sich die Bereinigung des ETF-Marktes. Zum anderen rückt ein Großprojekt im Infrastrukturbereich wegen einer möglichen Versicherungslücke in den Fokus.

Im laufenden Jahr wurden bereits 217 ETFs geschlossen, deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Diese Schließungen betreffen auch Produkte aus dem iShares-Portfolio. Hintergrund ist die zunehmende Dynamik im ETF-Segment, bei der viele neue Fonds an den Markt kommen, während gleichzeitig die Liquidationen steigen.

Für Anleger bedeutet dies, dass sie bei betroffenen ETFs typischerweise vor der Wahl stehen, den Fonds vor dem Schließungsstichtag zu verkaufen oder auf die Barauszahlung nach der Liquidation zu warten. Eine ETF-Liquidation kann in einem steuerpflichtigen Depot wie ein Verkauf behandelt werden und damit unerwartete Steuerlast auslösen.

Die Versicherungslücke beim Datenzentrum

Ein weiteres Risiko für BlackRock ist die Versicherungslücke bei einem neuen Datenzentrum in El Paso, Texas. Das Projekt ist zwar mit Versicherungsschutz in hohen Millionenbeträgen abgesichert, bleibt aber gegenüber einem Totalschaden unversichert. Dies erhöht im Extremfall die potenzielle Verlusthöhe deutlich.

Für Anleger ist es wichtig zu verstehen, wie BlackRock und seine Partner das Risiko managen. Transparenz über die potenzielle Restbelastung im Worst Case und die Maßnahmen zur Risikoabfederung sind entscheidend.

Die Aktie von BlackRock zeigte am 24. August 2026 eine leichte Schwäche, während der längerfristige Trend weiterhin positiv ist. Dies spricht dafür, dass der Markt die ETF-Schließungen derzeit eher als erwartbare Produktbereinigung im Rahmen des ETF-Zyklus interpretiert.

Für Anleger bleibt es wichtig, die Entwicklungen im ETF-Markt genau zu beobachten. Die schrittweise Bereinigung des iShares-ETF-Universums und die Transparenz bei großen Infrastrukturprojekten sind entscheidende Faktoren.

Wer von ETF-Schließungen betroffen ist, sollte die Liquidationsankündigungen prüfen, um steuerliche Effekte im Depot und das Timing von Ausstieg bzw. Barauszahlung gezielt zu steuern.

Autor

Markus Weber