In den letzten Wochen gab es mehrere relevante Bewegungen im Bereich P2P‑Kredite. Die bekanntesten Meldungen betreffen Esketit, Twino, Devon und die abgewickelte Plattform Reinvest24. Diese Entwicklungen zeigen gleichermaßen Chancen durch Rückführungen und Risiken durch Zahlungsunterbrechungen; Anleger sollten deshalb ihre Positionen kritisch prüfen und Informationen aktiv verfolgen.
Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Fakten zusammen, erklärt die operative Bedeutung von Rückkäufen und Wind‑Down-Prozessen und gibt praktische Hinweise für Anleger. Neben Einzelfällen beschreiben wir auch neue Kreditgeber und Meilensteine bei Plattformen wie Lendermarket, Nectaro und InRento.
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Kurzüberblick: Esketit und Twino
Esketit hat, wie kommuniziert, einen ersten großen Schritt zur Reduktion seines Irland‑Portfolios unternommen: Am 10.03.2026 wurden rund 30 % des Bestands in Höhe von 12,9 Mio. EUR an Anleger zurückgekauft. Weitere 21,7 Mio. EUR sollen bis Ende 2026 folgen, sodass insgesamt etwa 80 % des ursprünglichen Portfolios zurückgeführt werden sollen. Diese Maßnahme ist ein klassisches Beispiel für ein Rückkaufangebot, das liquide Mittel an Investoren zurückführt und das Restrisiko im Portfolio senkt.
Twino verzeichnete eine deutliche Verbesserung bei Forderungen aus Russland: Die ausgewiesene Rückholquote stieg innerhalb kurzer Zeit von rund 72 % auf etwa 88,35 % des ursprünglichen Kreditvolumens. Laut Berichten lagen im Januar 4.957.837,85 EUR von 6.886.329,02 EUR zurückgeführt vor; aktuell weist Twino 6.083.982 EUR aus. Als Katalysator gilt ein Rückkaufangebot mit einem Abschlag von circa 20 %, das viele Anleger annahmen. Trotz dieser positiven Zahlen bestehen weiter offene Risiken, etwa bei Forderungen aus Vietnam.
Detaillierte Fälle: Devon und Reinvest24
Devon und die Begleichung alter Projekte
Der Immobilienentwickler MJL Enterprises, Betreiber der Plattform Devon, beglich zwei historische Projekte aus der Crowdestate‑Zeit: Sprukstes und Mailīšu Street 13 in Riga. Die ursprüngliche Finanzierung lag bei rund 1,15 Mio. EUR; ausgezahlt wurden insgesamt etwa 1,45 Mio. EUR. Neben dem eingesetzten Kapital erhielten Investoren die seit 2026 aufgelaufenen Zinsen sowie eine Zusatzleistung von drei Prozent. Außerdem übernahm MJL offene Rechnungen und Rechtskosten, die mit Crowdestate in Zusammenhang standen, und betont, dass diese Zahlungen aus eigenen Mitteln erfolgten, nicht aus Anlegergeldern von Devon.
Reinvest24: Zahlungsprobleme und Abwicklung
Reinvest24 befindet sich im Wind‑Down und arbeitet an der Abwicklung laufender Projekte. Die Plattform nennt als Hauptursache für verzögerte Auszahlungen den Wegfall des bisherigen Zahlungsdienstleisters. Beschwerden einzelner Investoren hatten zu zusätzlichen Compliance‑Prüfungen geführt, woraufhin die Geschäftsbeziehung beendet wurde. Anleger berichten von Pending‑Zahlungen, eine Auszahlung aus dem Februar 2026 ist laut Meldungen noch offen. Reinvest24 verhandelt mit neuen Zahlungsanbietern, weist aber auf höhere Gebühren hin; die Situation bleibt für Betroffene damit weiterhin enttäuschend.
Neue Kreditgeber und Plattform‑Meilensteine
Lendermarket gab die Zusammenarbeit mit einem neuen regulierten Kreditgeber bekannt: RapiCredit Iberica startet ein Mikrokreditgeschäft in Spanien mit einem skalierten Plan von rund 10.000 Krediten im ersten Jahr bis hin zu über 400.000 Krediten jährlich bis 2031. Angestrebte Renditen liegen bis zu 15 %, doch die Frische des Modells erhöht das Risiko. Parallel meldeten Nectaro und InRento Finanzierungsmeilensteine: Nectaro vermittelte über 50 Mio. EUR seit Marktstart 2026, InRento überschritt 80 Mio. EUR finanziertes Volumen und berichtet von einer Verdopplung der Anlegergewinne in einem starken Jahr. Gleichzeitig bleiben bei einigen Projekten Unsicherheiten bestehen, darunter zwei Vorhaben desselben Eigentümers bei InRento.
Was Anleger jetzt tun sollten
Diese Nachrichten zeigen, dass aktive Rückkaufmechanismen und operative Bereinigungen reale Rückflüsse verbessern können, während Zahlungsunterbrechungen und neue Kreditgeber gleichzeitig Risiken darstellen. Anleger sollten diversifizieren, AGB und Gebührenstrukturen genau prüfen und die Funktionalität des Zahlungsverkehrs auf Plattformen beobachten. Nutzen Sie offizielle Updates der Plattformen, prüfen Sie die Rolle von Sekundärmarkt-Verkäufen bei Liquiditätsengpässen und behalten Sie die Ausfallquote einzelner Kreditgeber im Blick.
In der Praxis können Rückkäufe wie bei Twino oder vollständige Begleichungen wie bei Devon positive Signale sein, während Fälle wie Reinvest24 zur Vorsicht mahnen. Kurzfristige Chancen durch Rückflüsse sind möglich, doch die prinzipielle Gefahr des Totalverlusts bei P2P‑Krediten bleibt bestehen.
