Die Kreissparkasse Weilburg steht seit dem 8. September 2026 im Mittelpunkt von Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat bestätigt, dass es um Vorwürfe im Zusammenhang mit Krediten an die insolvente Löhnberger Grundbesitz GmbH geht. Die Durchsuchung des Hauptsitzes der Sparkasse im Odersbacher Weg dauerte etwa acht Stunden und wurde von zehn Ermittlungsbeamten durchgeführt.
Die Vorwürfe gegen die Kreissparkasse Weilburg und ihre Mitarbeiter sind Teil eines größeren Ermittlungsverfahrens gegen den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Löhnberg, Frank Schmidt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat bereits im Dezember 2024 das Rathaus von Löhnberg und das Privathaus von Schmidt durchsucht. Gegen Schmidt laufen seitdem Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue.
Hintergründe der Finanzkrise in Löhnberg
Die Gemeinde Löhnberg befindet sich seit 2024 in einer schweren Haushaltskrise. Es wurde bekannt, dass die Kommune ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte. Über Jahre hinweg hatte Löhnberg Schulden angehäuft und keine ordnungsgemäß geprüften Jahresabschlüsse vorgelegt. Gegenüber Aufsichtsbehörden wurden falsche Finanzzahlen gemeldet.
Die Gemeinde Löhnberg unterhält Konten bei der Kreissparkasse Weilburg und hat mehrere Kredite bei der Bank aufgenommen. Der ehemalige Bürgermeister Frank Schmidt saß jahrelang im Verwaltungsrat der Bank. Die Kreissparkasse gewährte zudem in der Vergangenheit einen Millionen-Kredit für die Löhnberger Grundbesitz GmbH, die mittlerweile insolvent ist.
Streit um die Haftung für Schulden
Aktuell streiten Gemeinde und Kreissparkasse darüber, wer für die 5,8 Millionen Euro Schulden der insolventen Gesellschaft aufkommen muss. Zwar hatte die Gemeinde 2022 eine Bürgschaft für Kredite der Gesellschaft beschlossen, inzwischen ist jedoch umstritten, ob sie tatsächlich für die gesamte Summe haften muss.
Die Kreissparkasse Weilburg hat auf Anfragen mitgeteilt, dass die Ermittlungen nicht gegen die Sparkasse als solche gerichtet seien. Die Bank kooperiere vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden und stehe in engem Austausch mit der Staatsanwaltschaft sowie den zuständigen Aufsichtsbehörden und Gremien. Aufgrund des Bankgeheimnisses und des laufenden Verfahrens könne man sich jedoch weder zu Personen noch zu Einzelheiten äußern.
Reaktionen und weitere Entwicklungen
Bürgermeister Reiner Greve (parteilos) teilte auf Anfrage mit, dass die Gemeinde keine Kenntnis über die Durchsuchung in der Kreissparkasse habe und auch nicht involviert sei. Solange nicht benannt ist, um welche Angelegenheit es sich konkret handelt, sei jede Aussage reine Spekulation, an der man sich nicht beteiligen möchte.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat weitere Angaben, etwa zur Anzahl der Beschuldigten und zur Höhe des verfahrensgegenständlichen Schadens, zum aktuellen Zeitpunkt nicht gemacht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ermittlungen weiterentwickeln und welche Konsequenzen sie für die Beteiligten haben werden.



