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11 Juli 2026

Donald Trump und die $TRUMP-Kryptowährung: Ein Milliardengeschäft mit Verlierern und Gewinnern

Donald Trump hat mit der $TRUMP-Kryptowährung Milliarden verdient, während fast eine Million Anleger massive Verluste erlitten. Die Vorwürfe eines Ponzi-Schemas und die Deregulierung des Kryptomarktes werfen Fragen auf.

Donald Trump und die $TRUMP-Kryptowährung: Ein Milliardengeschäft mit Verlierern und Gewinnern

Die Welt der Kryptowährungen hat in den letzten Jahren viele spektakuläre Geschichten hervorgebracht, aber wenige sind so kontrovers wie die von Donald Trump und der $TRUMP-Kryptowährung. Was als vielversprechendes Projekt begann, endete für viele Anleger in einem finanziellen Desaster, während der ehemalige US-Präsident Millionen verdiente.

Die $TRUMP-Kryptowährung, die im Januar 2026 kurz vor der zweiten Amtseinführung des US-Präsidenten angekündigt wurde, erlebte einen spektakulären Kursanstieg auf 75,35 Dollar. Doch der Traum vom schnellen Reichtum platzte schnell. Heute notiert die Kryptowährung nur noch bei 1,76 Dollar, ein Verlust von 97 Prozent. Fast eine Million Anleger sind betroffen, die insgesamt rund 3,8 Milliarden Dollar verloren haben.

Die Gewinne des Präsidenten

Während die Anleger massive Verluste hinnehmen mussten, soll Donald Trump selbst massiv profitiert haben. Laut Berichten hat der 80-Jährige 636 Millionen Dollar Gewinn aus dem Geschäft gezogen. Das Modell: Einnahmen entstehen sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf der digitalen Währung – ein Mechanismus, der dem Präsidenten kontinuierliche Gewinne ermöglicht haben soll.

Die Zahlen wurden öffentlich, nachdem Trumps Finanzoffenlegung aufzeigte, dass er im Jahr 2026 insgesamt 2,2 Milliarden Dollar durch verschiedene Geschäfte eingenommen haben soll. Neben der $TRUMP-Kryptowährung gründete er gemeinsam mit seinen Söhnen Donald Jr. und Eric das Krypto-Startup World Liberty Financial. Dessen Währung $WLFI ist ebenfalls von ihrem Höchststand gefallen.

Vorwürfe eines Ponzi-Schemas

Die Krypto-Aktivitäten des Präsidenten rufen inzwischen auch den Kongress auf den Plan. Bei einer Anhörung im Juni erhob der demokratische Abgeordnete Al Green aus Texas schwere Vorwürfe. „Wir haben ein Ponzi-Schema legalisiert, das als Memecoin bekannt ist – und der Präsident der Vereinigten Staaten betreibt diese Aktivität, er hat Millionen Dollar mit seinem Ponzi-Schema verdient“, erklärte das Mitglied des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses.

Green kritisierte zudem, dass Trump als Staatsoberhaupt den Maßstab für fragwürdige Geschäfte in der Kryptobranche setze. Das Weiße Haus reagierte nicht auf Anfragen zu den Vorwürfen. Einige Investoren fühlen sich getäuscht. Einer von ihnen ist Nicholas Pinto, der die Hälfte seiner 500.000-Dollar-Investition verlor. Sein Urteil ist deutlich: „Es ist fast ein legaler Betrug“, sagte er.

Vom Bitcoin-Skeptiker zum Krypto-Profiteur

Trumps Begeisterung für digitale Währungen ist relativ neu. Noch 2019 twitterte er, kein Anhänger von Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu sein. Diese seien kein echtes Geld, ihr Wert extrem schwankend und „aus der Luft gegriffen“. Unregulierte Krypto-Anlagen könnten illegale Aktivitäten wie den Drogenhandel begünstigen, warnte er damals.

Inzwischen hat der Präsident seine Meinung grundlegend geändert – und verdient prächtig daran. Parallel dazu hat die Regierung die Aufsicht über den Kryptomarkt zurückgefahren. Besondere Aufmerksamkeit erregen diese Einnahmen aufgrund der aktuellen politischen Ausrichtung der US-Regierung. Seit seinem Einzug ins Weiße Haus baut Trump systematisch Regulierungen im Bereich der digitalen Währungen ab. Er verfolgt dabei das erklärte Ziel, die Vereinigten Staaten zu einer „Bitcoin-Supermacht“ aufzubauen.

Für Aufsehen sorgte in diesem Zusammenhang auch eine nachträgliche Begnadigung. Trump erließ dem wegen Geldwäsche verurteilten Binance-Gründer Changpeng Zhao die Strafe. Nach der Wiederwahl des Präsidenten ging genau diese Kryptobörse eine enge geschäftliche Partnerschaft mit World Liberty Financial ein.

Autor

Jonas Becker