Donald Trump hat sich in den letzten Jahren zu einem der prominentesten Akteure im Krypto-Markt entwickelt. Während seine Krypto-Geschäfte ihm immense Gewinne eingebracht haben, stehen viele Anleger vor großen Verlusten. Die Debatte um Interessenkonflikte und die Regulierung des Krypto-Sektors ist damit in vollem Gange.
Laut Finanzberichten stieg Trumps Privatvermögen zwischen 2026 und 2026 von 2,3 Milliarden auf 6,5 Milliarden Dollar. Ein erheblicher Teil dieser Gewinne stammt aus seinen Investitionen in digitale Währungen. Doch wie genau funktioniert dieses Geschäftsmodell, und wer sind die Gewinner und Verlierer?
Die Trump-Coin: Ein Milliardengeschäft mit Risiken
Die Trump-Coin offiziell als $TRUMP bekannt, wurde kurz vor Trumps Amtseinführung im Januar 2026 auf den Markt gebracht. Der Coin erlebte zunächst einen spektakulären Anstieg auf 75,35 Dollar, bevor er auf etwa 1,76 Dollar fiel – ein Verlust von rund 97 Prozent. Laut einer Analyse der Krypto-Datenfirma Nansen verloren fast eine Million Anleger insgesamt 3,81 Milliarden Dollar.
Während viele Privatanleger hohe Verluste hinnehmen mussten, profitierte Trump unabhängig vom Kursverlauf. Nach offiziellen Finanzunterlagen nahm der US-Präsident allein mit dem Memecoin rund 636 Millionen Dollar ein. Insgesamt erzielten seine verschiedenen Krypto-Geschäfte Einnahmen von mindestens 2,2 Milliarden Dollar im Jahr 2026.
Frühe Investoren vs. Spätstarter
Nicht alle Anleger verloren Geld. Laut Nansen erzielten knapp 500.000 Wallets zusammen Gewinne von rund vier Milliarden Dollar. Diese Gewinne wurden jedoch vor allem von frühen und professionellen Investoren erzielt, die den starken Kursanstieg unmittelbar nach dem Verkaufsstart ausnutzten. Spätere Kleinanleger trugen dagegen die Hauptlast der Verluste.
Kritik und Vorwürfe: Ein legalisiertes Ponzi-Schema?
Die Krypto-Aktivitäten des Präsidenten haben nicht nur Bewunderer, sondern auch scharfe Kritiker. Der demokratische Abgeordnete Al Green aus Texas erhob bei einer Anhörung im Juni schwere Vorwürfe. Er bezeichnete die Trump-Coin als ein legalisiertes Ponzi-Schema und kritisierte, dass Trump als Staatsoberhaupt den Maßstab für fragwürdige Geschäfte in der Kryptobranche setze.
Einige Anleger fühlen sich getäuscht. Nicholas Pinto, der die Hälfte seiner 500.000-Dollar-Investition verlor, bezeichnete das Geschäft als fast ein legaler Betrug. Die Website des Trump-Memecoins weist zwar ausdrücklich darauf hin, dass der Token nicht als Geldanlage gedacht sei. Doch Rechtsprofessor Stephen Gillers von der New York University hält spätere Sammelklagen für denkbar.
World Liberty Financial: Ein weiteres umstrittenes Projekt
Neben der Trump-Coin steht auch World Liberty Financial ein von Trumps Söhnen gegründetes Unternehmen, unter Druck. Der milliardenschwere Krypto-Investor Justin Sun erhob schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. Er behauptet, sein Konto sei seit Monaten gesperrt, wodurch er Token im Wert von mehr als 80 Millionen Dollar nicht habe verkaufen können. World Liberty weist die Vorwürfe zurück und kündigte rechtliche Schritte an.
Auch der hauseigene Token WLFI verlor deutlich an Wert. Nach Daten von Nansen notiert er inzwischen rund 82 Prozent unter seinem Höchststand.
Trumps Wandel: Vom Krypto-Skeptiker zum Profiteur
Trumps Begeisterung für digitale Währungen ist relativ neu. Noch 2019 twitterte er, kein Anhänger von Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu sein. Diese seien kein echtes Geld, ihr Wert extrem schwankend und aus der Luft gegriffen. Unregulierte Krypto-Anlagen könnten illegale Aktivitäten wie den Drogenhandel begünstigen, warnte er damals.
Inzwischen hat der Präsident seine Meinung grundlegend geändert – und verdient prächtig daran. Neben der Trump-Coin gründete er gemeinsam mit seinen Söhnen Donald Jr. und Eric das Krypto-Startup World Liberty Financial. Parallel dazu hat die Regierung die Aufsicht über den Kryptomarkt zurückgefahren.
Die Debatte um Trumps Krypto-Geschäfte wird weiterhin hitzig geführt. Während der Präsident seine Gewinne feiert, stehen viele Anleger vor großen Verlusten. Die Frage nach der Regulierung und den möglichen Interessenkonflikten bleibt dabei zentral.



