Vor fünfzehn Jahren veröffentlichte Marc Andreessen einen wegweisenden Artikel im Wall Street Journal mit dem Titel „Warum Software die Welt erobert“. In diesem Essay skizzierte er einen tiefgreifenden Wandel, der durch den Aufstieg von Software in traditionellen Industrien ausgelöst wurde. Branchen wie Medien, Einzelhandel und Finanzdienstleistungen erlebten eine Revolution, beschleunigt durch Breitbandinternet und Smartphones. Gleichzeitig sanken die Startkosten für neue Unternehmen dank Cloud-Technologien und modernen Softwaretools drastisch.
Diese Veränderungen ermöglichten es aufstrebenden Softwareunternehmen, sich schneller in etablierten Märkten zu positionieren.
Heute wird zunehmend erkannt, dass Künstliche Intelligenz (KI) möglicherweise die nächste große Welle in der Softwareindustrie darstellt. Viele glauben, dass „KI die Softwareindustrie verschlingt“.
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Der aktuelle Zustand der Softwarebranche
Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen am Aktienmarkt zeigt, dass viele Unternehmen im Bereich Enterprise SaaS erheblich an Wert verloren haben. Besonders betroffen sind große Namen wie Salesforce und Adobe, die in den letzten Jahren hauptsächlich durch Übernahmen gewachsen sind, während das organische Wachstum stagniert. Doch nicht nur die etablierten Firmen haben unter dem Druck der Märkte zu kämpfen.
Auch neuere Unternehmen, die zuvor beeindruckende Wachstumsraten und hohe Bruttomargen von über 80 % erzielten, sehen sich mit einem Rückgang ihres Wertes von mehr als 50 % konfrontiert. Beispiele hierfür sind Atlassian, HubSpot, GitLab und Monday, die alle auf der Beobachtungsliste vieler Investoren stehen.
Investorenflucht und Marktentwicklung
Der Beginn des neuen Jahres war geprägt von einer wahrnehmbaren Flucht der Investoren aus diesen Softwarewerten. Diese Entwicklung lässt sich nicht ignorieren, und viele Analysten fragen sich, ob der Markt die Zukunft der Unternehmenssoftware falsch einschätzt. Die Vorstellung, dass KI-Agenten einen signifikanten Teil der Unternehmensarbeit übernehmen könnten, führt zu Spekulationen über die zukünftige Bedeutung traditioneller Softwareanbieter.
Wird es für Unternehmen in naher Zukunft sinnvoller sein, auf KI-gestützte Vibe-Coding-Tools zurückzugreifen, um ihre eigenen maßgeschneiderten Softwarelösungen zu entwickeln, anstatt teure Abonnements bei etablierten Anbietern zu erwerben? Mit jeder neuen Veröffentlichung dieser innovativen Tools wird die Diskussion darüber intensiver, ob traditionelle Enterprise-Software noch eine Zukunft hat.
Die Rolle von KI in der Softwareentwicklung
Die soziale Medienlandschaft wird von Meinungen dominiert, dass die Entwicklung von Unternehmenssoftware durch KI radikal verändert wird. Selbsternannte Experten argumentieren, dass Unternehmen in der Lage sein werden, ihre eigenen ERP oder CRM-Systeme mit minimalem Aufwand zu erstellen. Diese Sichtweise könnte die gesamte Softwarelandschaft umgestalten und zu einer Abkehr von den bisherigen Anbietern führen.
Der Finanzmarkt scheint von der Überzeugung geprägt zu sein, dass die Zeit des stabilen Wachstums, das durch wiederkehrende Einnahmen der Enterprise-Software-Provider gekennzeichnet war, vorbei ist. Diese Einschätzung wird durch den dramatischen Rückgang der entsprechenden Aktienkurse deutlich und lässt viele Investoren in Sorge um die Zukunft blicken.
Ein persönlicher Blick auf die Branche
Als jemand, der seit 25 Jahren in der Softwarebranche tätig ist, halte ich es für wichtig, die gegenwärtige Panik der Investoren in einen Kontext zu setzen. Die Entwicklungen sind zwar alarmierend, aber ich bin der Meinung, dass es entscheidend ist, die langfristigen Trends im Auge zu behalten. Die Softwareindustrie ist dynamisch und kann sich an Veränderungen anpassen, so wie sie es in der Vergangenheit immer getan hat.
Für eine vertiefte Analyse dieser Thematik und meiner persönlichen Einschätzungen lade ich Sie ein, meinen Substack zu besuchen, wo ich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen in der Softwarebranche schreibe. Alle Beiträge werden sowohl in Deutsch als auch in Englisch veröffentlicht, wobei einige Inhalte hinter einer Paywall liegen.
