Rendity, eine Wiener Crowdinvesting-Plattform, hat den Betrieb eingestellt und befindet sich in geordneter Abwicklung. Betroffen sind rund 38.000 Anleger mit einem vermittelten Volumen von über 150 Millionen Euro. Nutzer können sich weiterhin einloggen, Guthaben auf hinterlegte Konten übertragen; neue Einzahlungen sind nicht möglich. Als unmittelbare Ursache nennt das Unternehmen die angespannte Lage am Immobilienmarkt mit gestiegenen Zinsen, höheren Baukosten und verzögerten Projekten. Ein Antrag auf Liquidation wurde beim Handelsgericht Wien gestellt.
Die Fakten
Die Plattform bleibt technisch vorerst erreichbar. Anleger sollen vorhandene Guthaben zeitnah abheben. Rendity erwartet die Zugänglichkeit der Online-Infrastruktur bis mindestens 31. Mai 2026. Investitionen erfolgten nicht in die Rendity GmbH, sondern direkt in einzelne Projektgesellschaften. Rückflüsse und Zinsen hängen deshalb von der Zahlungsfähigkeit der jeweiligen Projektträger ab.
Praktische Schritte
Anleger werden aufgefordert, Konten zu prüfen und verbleibende Guthaben auf private Bankkonten auszuzahlen. Vertragsunterlagen, Steuerbescheinigungen und Kontobewegungen sollten gesichert und archiviert werden. Eingehende Zahlungen von Projektgesellschaften sollen den Investoren gutgeschrieben werden, sofern sie während der Abwicklung eingehen.
Die Folgen
Rendity nennt als Hauptgründe gestiegene Zinsen, verteuerte Baustoffe und zurückhaltende Kreditgeber. Diese Faktoren führten zu Verzögerungen und Insolvenzverfahren bei mehreren Projektgesellschaften. Ähnliche Probleme melden andere Plattformen im Crowdinvesting-Segment: verzögerte Rückzahlungen und steigende Ausfallraten.
Für Privatanleger bedeutet das erhöhte Risiko bei Direktinvestments in Immobilienprojekte. Experten raten zur Überprüfung der Risikostrategie, verstärkter Diversifikation und sorgfältiger Due Diligence. Alle relevanten Unterlagen sollten für mögliche steuerliche oder rechtliche Schritte bereitgehalten werden.
Letzte Entwicklung: Die Plattform bleibt technisch verfügbar und Rendity nennt den Zeitraum bis mindestens 31. Mai 2026 für Auszahlungen und Dokumenteneinsicht als aktuellen Planungshorizont.
